Getty Images demontiert sich selbst
Getty Images ist eine bekannte Bildagentur, bei der für einen entsprechenden Betrag Nutzungsrechte an Fotos erworben werden können. Zum Beispiel für eine Online-Nutzung oder für eine Print-Publikation oder was auch immer. Seit einiger Zeit nun lässt Getty Images offenbar gezielt nach eigenen Bildern auf fremden WebSites suchen und mahnt die Betreiber ab, sofern keine gültige Lizenz vorliegt. Dieses Geschäftsmodell kennen wir ja bereits.
Darüber hinaus scheint Getty Images allerdings auch diverse Personen abgemahnt zu haben, die offenbar gültige Lizenzen besitzen oder zumindest besaßen, wie Spiegel Online berichtete. In einem eigens gegründeten Forum berichten Betroffene von ihren Fällen. In einem Fall schreibt ein Betroffener, der eine Lizenz zur Online-Nutzung eine Bildes bis 2010 erworben hatte, dass Getty Images die Linzenz nachträglich storniert hat. Zunächst wurde er abgemahnt, er verwies auf seine Lizenz und erhielt nun eine Stornierung mit dem Hinweis, das gezahlte Geld würde ihm zurück erstattet. Die Abmahnung allerdings wird aufrecht erhalten. Kostennote: 2057 Euro.
Wie viele Seitenbetreiber bislang abgemahnt wurden ist unklar, laut einem Posting in diesem Forum würden allein von einer Kanzlei inzwischen über 80 Abgemahnte vertreten. Sicherlich sind unter den abgemahnten Personen einige darunter, die klar gegen die Nutzungsrechte verstoßen haben (ob das eine Rechnung in Höhe von 2057 Euro rechtfertigt sei mal dahingestellt), aber speziell die Fälle, in denen scheinbar recht endeutig eine Fehlbeurteilung vorlag, machen doch etwas stutzig. Klar können Fehler passieren (zum Beispiel der Fehler, urheberrechtlich geschütztes Material aus Unwissenheit genutzt zu haben), aber dann sollte man auch dafür gerade stehen. Denn exakt das erwartet GI von den abgemahnten Personen. Ich denke, umgekehrt sollte man das dann ebenfalls erwarten können. Und nicht, wie es in dem beschrieben Fall scheinbar passiert ist, nachträglich die Abmahnung legitimieren, indem eine gültige Lizenz storniert wird.
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6 Kommentare bisher »
























Da ich öfters mal beruflich mit Webeagenturen zu tun habe, kann ich aus Erfahrung berichten das Getty Images etc. einfach viel zu teuer ist! Fotos sind durch digitale Fotografie zur Massenware verkommen dementsprechend ist jetzt auch der Preis… Da hilft kein Jammern und Klagen!
Twitter: XSized
sagte am 22.04.2008 um 18:54
Die Problematik kenne ich – bislang haben ich immer preiswertere Varianten gefunden als Getty Images. Nicht “billig”…preiswert.
Zudem war es mir in der Vergangenheit nahezu unmöglich, durch die Lizenzpolitik von Getty Images durch zu steigen, die microsoftsche ist in meinen Augen um ein vielfaches leichter zu durchschauen.
GettyImages, finde das mehr als dreist Leute ohne Kenntnis der Sachlage einfach so abzumahnen. Das Problem an der Sache ist die Gesetzgebung dazu in Deutschland, Abmahnen kann jeder ohne große Angst vor den Kosten zu haben, aber wehe man will sich dagegen wehren. Spreche da aus Erfahrung. Zu der ganzen Problematik mit Getty war auch viel im Heise Forum zu lesen, sehr interessant. Obwohl, ich weiß nicht ob ich noch alle Lizenzen für alle Bilder gesichert habe *mal nachgucken geh*
Das ganze riecht nach gewerbsmäßigem Betrug.
Ich frage mich, ob nicht schon eine Staatsanwaltschaft gegen Getty ermittelt.
Sollte die StA auf jeden Fall tun, das was getty images derzeit mit privaten Website-Betreibern abzieht, ist Abzocke hoch 3!
Wenn dann auch noch Lizenzen storniert werden (Kaufverträge sind NICHT einseitig kündbar!), dann ist der Fall doch klar …
ich denke, dass GI mehr Geld mit Klagen als mit Bildern macht…
Klar sind die Biilder toll, doch der Hinweis auf die Lizenzpflichtigkeit ist i.d.R. nicht da. Man bekommt für’n schmalen Taler CD’s mit Bildern und wenn man sie irgendwann verwendet hat, schickt GI ein Jahr später ne Mahnung. Bei mir kamen sie gleich mit der 2ten Mahnung, die erste hat mich nie erreicht…
also ein sehr zweifelhaftes Geschäftsmodell
der Peter
Getty Images lieferte den BEweis für die Verwendung der Bilder als Screenshot mit. Ich konnte herausfinden, dass der Spider im Dezember auf meiner Seite war. 3 Monate später erhielt ich die Rechnung von Getty. Für die Dauer von nachweisbaren 3 Monaten und der kleinsten Auflösung will Getty rund 4.000 Euro von mir. Schaut man bei Getty nach, dürfte das “nur” 1740 Euro kosten. Das ist die Lizenz zum Gelddrucken! Getty macht daraus einen hochprofitablen Geschäftsbereich. Drei Briefe für 4.000 Euro!