Archiv für Oktober, 2010

High Quality Schrott in Buchform (Update)

Ein Kollege drückte mir heute folgendes Buch in die Hand: Microsoft Forefront Unified Access Gateway aus dem Verlag betascript publishing. Und fragte mich, was meiner Meinung nach wohl Inhalt dieses Buches wäre.

Mit einem leicht irritierten Blick antwortete ich: Nun, sicherlich Informationen zum Unified Access Gateway von Microsoft. Was auch sonst. Er lachte und meinte, ich solle doch einfach mal hinein schauen.

Das tat ich dann auch. Und aus dem leicht irritierten Blick wurde recht zügig ein ausgewachsener WTF?!-Blick. Denn das, was ich hier tatsächlich zum UAG finden konnte, umfasste maximal eine Handvoll Seiten. Der Rest (genau wie die spärlichen Informationen zum UAG) sind aus der englischen Wikipedia zusammenkopierte Artikel inkl. Screenshots. Aber nicht etwa zum Thema, sondern zu allen nur denkbaren Virenscannern. Fein säuberlich heraus kopiert und in Buchform gedruckt. Ich fand Informationen zu Mcafee, Norton Antivirus, LinuxShield und weiß der Geier was sonst noch alles. Nur nahezu nichts zum UAG.

Das Buch kostet bei Amazon 76,99 Euro. Und als Gegenwert erhält man Inhalte, die nicht nur überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben sondern auch noch nach Belieben kostenlos in der Wikipedia nachgelesen werden können. Wenn man genau hinschaut, wird man auf dem Titel auch den interessanten Vermerk entdecken: High Quality Content by Wikipedia articles! Was man definitiv wortwörtlich nehmen darf: Das Buch beinhaltet ausschließlich Wikipedia-Inhalte.

Wer sich also zum Thema Unified Access Gateway informieren möchte, sollte definitiv die Finger von diesem Buch lassen. Und das gleiche dürfte für sämtliche Bücher der “Autoren” Lambert M. Surhone, Miriam T. Timpledon, und Susan F. Marseken gelten. Lässt man sich die (verdammt umfangreiche) Liste der Bücher dieser “Autoren” bei Amazon anzeigen, wird man auf jedem einzelnen Buch exakt diesen Hinweis finden: High Quality Content by Wikipedia articles! Mein neues Synonym für: Zusammengeklauter Schrott.

Update: Beim Schreiben dieses Beitrages kam mir die ganze Geschichte merkwürdig bekannt vor und ich habe mich kurz mit Herrn Google unterhalten. Und siehe da, ich hatte tatsächlich schon einmal davon gelesen. Und auch die deutsche Wikipedia widmet diesen Verlagen bereits einen eigenen Artikel. Bin jetzt echt neugierig, in welchem Buch dieses Verlages dieser spezielle Artikel auftauchen könnte.

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Empfohlene Links vom 27.10.2010

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Bizarr

Irgendwie bizarr das Video, aber irgendwie auch faszinierend. Kann nicht wegsehen.

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Adsense-Sperre – Google übertreibt

Tja, tatsächlich, Google übertreibt es offenbar ein ganz klein wenig in Sachen Jugendschutz.

Ich habe heute eher zufällig festgestellt, dass auf meinem Blog keine Adsense-Anzeigen mehr auftauchen. Erst mal nichts wildes dabei gedacht, flugs in Adsense rein geschaut und – siehe da – eine Nachricht. Inhalt:

Hallo, Bei der Überprüfung Ihres Kontos haben wir festgestellt, dass Sie derzeit Google-Anzeigen auf eine Art und Weise schalten, die gemäß unseren Programmrichtlinien nicht zulässig ist. Wir fanden beispielsweise auf Seiten wie http://www.xsized.de/category/nicht-ganz-ernstl/page/4/ Verstöße gegen die Programmrichtlinien von AdSense. Gemäß unseren Programmrichtlinien dürfen AdSense-Publisher keine Google-Anzeigen auf Seiten mit nicht jugendfreiem Content schalten. Dies gilt auch für Content, der gewollt sexuell ist oder nicht als jugendfrei erachtet werden kann. Aus diesem Grund haben wir die Schaltung von Anzeigen für die Website deaktiviert.

Puh, Irritation hoch 3. Ich hab hier nicht jugendfreien Content? Mal nachschauen. Oha, dort ist also dieser Artikel zu finden! Ich habe ihn inzwischen mal leicht modifiziert, zum besseren Verständnis sollte man sich den folgenden Screenshot ansehen und dann natürlich auch das in diesem Artikel eingebettete Video anschauen. Um nachvollziehen zu können, worum es sich tatsächlich handelt. Und vielleicht kann man sich ja auch mal die Original-Seite bei Youtube anschauen…

Diese Aktion beweist mir natürlich wieder einmal, wie leicht Automatiken eben auch mal daneben liegen können. Weil sie eben den Kontext nicht erfassen können, in dem ein Wort geschrieben wurde. Dass ein Mensch eine derartige Fehleinschätzung begehen könnte, kann ich mir irgendwie nicht wirklich vorstellen.

Und nun mal schauen, wie ich den Spaß wieder aktivieren kann. Hat jemand einen Tipp parat? ;)

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