Neugierig wurde man bei Google als festgestellt wurde, dass bei Suchanfragen mit ungewöhnlichen Schreibfehlern Bing zum Teil identische Seiten auf den obersten Positionen in den Suchergebnissen präsentierte wie Google selbst. Dabei wurden jedoch nicht, wie sonst üblich, Hinweise auf mögliche Tippfehler eingeblendet. (Sucht bspw. bei Bing mal nach Starße und achtet auf die Zeile “Ergebnisse sind enthalten…” – das ist Bings Äquivalent zu “Meinten Sie…”).
Nach dem ersten Verdacht wollte man es genauer wissen und so platzierte Google in seinem Index unsinnige Begriffe wie indoswiftjobinproduction oder mbzrxpgjys und verwies dafür auf ganz willkürlich ausgewählte Seiten, in denen diese Suchbegriffe definitiv nicht auftauchten. In ersten Tests vergewisserte man sich, dass vor der Einrichtung dieses Honeypots weder Google noch Bing Suchergebnisse lieferte.
Anschließend wurden verschiedene Google-Mitarbeiter dazu aufgefordert, von zu Hause aus via Internet Explorer mit der aktivierten Option “Vorgeschlagene Sites” und der installierten Bing Toolbar diese Begriffe bei Google zu suchen und das erste Ergebnis anzuklicken. 14 Tage nach diesem Versuch wurden die Suchanfragen nun erneut an Bing gestellt und plötzlich erschienen für einige Suchbegriffe die identischen Suchergebnisse, wie sie zuvor durch die Index-Manipulation bei Google zu finden waren. Was Google als Beweis dafür sieht, dass hier sowohl die Suchanfragen selbst als auch die geklickten Ergebnisse an Microsoft weitergeleitet wurden und zum Teil anschließend in den Index von Bing einflossen.
Microsofts Bing-Chef Stefan Weitz sagt inzwischen laut engadget dazu:
“We use multiple signals and approaches in ranking search results. The overarching goal is to do a better job determining the intent of the search so we can provide the most relevant answer to a given query. Opt-in programs like the toolbar help us with clickstream data, one of many input signals we and other search engines use to help rank sites.”
Damit wird im Prinzip Googles Verdacht bestätigt, dass die Bing Toolbar und/oder “Vorgeschlagene Sites” entsprechende Daten sammeln und weiterleiten und somit indirekt Googles Suchergebnisse kopieren. Die Manipulationen am Index will Google wieder rückgängig machen.
Nach Stephanie zu Guttenbergs auf der DLD-Konferenz erneut vorgetragener Forderung nach einem Notfallknopf für das sofortige Verlassen eines Chats (heise berichtet) hat die Softwareindustrie nun endlich reagiert.
Microsoft implementierte den Notfallknopf beispielsweise in alle Versionen seines Betriebssystems “Windows”. Bei der Integration war man konsequent, der Notfallknopf erscheint in sämtlichen Anwendungen. Damit wolle man vermeiden, dass Anbieter von Chatclients dieses neue Feature ausblenden oder deaktivieren können heißt es aus Entwicklerkreisen.
Beim Design zeigte man sich sehr kreativ. Der Notfallknopf wurde in seiner Symbolik an zwei vor dem Körper gekreuzte Zeigefinger angelehnt, ein Zeichen, mit dem man beispielsweise bereits im Mittelalter böse Geister fern halten wollte. “Dieses Symbol ist in christlichen Ländern seit Jahrhunderten bekannt und ich erkannte sofort einen Bezug zu der Funktion dieses Features”, sagt der Designer. Der Notfallknopf befindet sich in jeder Anwendung an identischer Position: an der rechten oberen Ecke des jeweiligen Fensters. Darüber hinaus ist der er rot markiert und somit jederzeit schnell auffindbar.
Die Funktion dieses Notfallknopfes ist schnell erläutert: Klickt ein Anwender auf das Symbol, wird sofort das Programm geschlossen und beispielsweise ein Chat unmittelbar verlassen.
“Wir haben die Forderungen von Frau zu Guttenberg in vollem Umfang umgesetzt.”, so ein Microsoft-Sprecher.
das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen! Niemand hat gesagt: “Mein Internet ist so leer, kann da nicht mal jemand Zeitungstexte oder so was reinkippen?“ Ihr seid freiwillig gekommen, und ihr habt eure Verlagstexte freiwillig ins Web gestellt. Zu Hauf. Und kostenlos. Ihr nehmt keinen Eintritt für die Besichtigung eurer Hyperlink-freien Wörterwüsten, weil ihr genau wisst, dass niemand dafür Geld ausgeben würde. Ihr habt seriöse und un- seriöse SEO-Fritzen mit Geld beworfen, damit Google eure Seiten besonders lieb hat. Ihr seid ohne Einladung auf diese Party gekommen. Das ist okay, ihr könnt gerne ein wenig mitfeiern. Prost! Aber wisst ihr, was gar nicht geht? Dass ihr jetzt von den anderen Gästen hier Geld kassieren wollt. Sogar per Gesetz. Verleger: geht’s noch? (…)”
Seit langem mal wieder ein richtig guter Beitrag von ihm.