Archiv für dies und das

Die Risiken der Shopbetreiber

In letzter Zeit muss ich mich ein wenig mit dem Thema Online-Shops auseinander setzen und wenn ich all das, was ich in dieser Zeit so gelesen habe, mal Revue passieren lasse, dann komme zu einem ernüchternden Ergebnis: Betreiber eines Online-Shops haben eine ganze Menge Risiken zu tragen.

Das Risiko, welches jedem sicherlich als erstes in den Sinn kommt, ist klar das geschäftliche Risiko, was jeder Unternehmer zu tragen hat. Reichen beispielsweise die Einnahmen aus, um die Kosten zu decken? Die Kosten halten sich für Betreiber eines Onlineshops durchaus im Rahmen, geht man von einem für Neueinsteiger üblichen Ein-Personen-Unternehmen aus. Dass auch für diese eine Person am Ende des Monats auch etwas übrig bleiben muss, soll sich der ganze Aufwand lohnen, ist selbstredend klar. Nicht jedem gelingt das, weshalb sicherlich eine Vielzahl von Online-Shops ebenso schnell verschwinden, wie sie entstanden sind.

Aber diese Risiken meine ich in diesem Fall überhaupt nicht. Das in meinen Augen weitaus größere Risiko für einen Unternehmer, der einen Online-Shop eröffnen möchte, ist das Risiko, kostenpflichtig abgemahnt zu werden. Und es gibt viele Fallen, in die ein solcher Neueinsteiger ins Online-Business tappen kann.

Nehmen wir zum Beispiel die Widerrufsbelehrung. Mein aktueller Eindruck ist: Eine der wichtigsten Quellen für Abmahner in Online-Shops ist die Widerrufsbelehrung. Zum einen ist der genaue (rechtssichere) Wortlaut vielen Shopbetreibern nach wie vor nicht ganz klar, schaut man sich das offizielle Muster an, wird schnell klar, warum. Andererseits scheiden sich an verschiedenen Stellen die Geister, was diese Belehrung enthalten muss oder darf. Fehlt beispielsweise der Hinweis darauf, dass die Frist nicht vor Erfüllung der Pflichten gemäß § 312 c Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 1 Abs. 1, 2 und 4 BGB-InfoV sowie der Pflichten gemäß § 312e Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung § 3 BGB-InfoV zu laufen beginnt, wird dies abgemahnt.

Aber mal ganz ehrlich: Wem genau nützt diese verschwurbelte Aufzählung von Paragraphen? Dem Kunden? Kaum vorstellbar, die wenigsten Kunden wissen, was diese Paragraphen aussagen und noch weniger werden googlen, um den Wortlaut zu erfahren (abgesehen von der Tatsache, dass dies wohl kaum zum besseren Verständnis führen wird).

Ebenso abgemahnt wird, wenn in der Widerrufsbelehrung neben der Anschrift des Unternehmens auch die Telefonnummer enthalten ist. Die Begründung: Der Widerruf hat schriftlich zu erfolgen, deshalb sei die Angabe einer Telefonnummer verwirrend. Mal wird dies vor Gericht bestätigt, ein anderes Mal wird es als unkritisch empfunden. Ein gefundenes Fressen für Abmahner.

Weiterhin ist nicht zulässig, den Vornamen des Geschäftsinhabers/-führers im Impressum abzukürzen. Auch dies führt zu einer Abmahnung. Wird hier allerdings keine Telefonnummer angegeben, ist das erstaunlicherweise wiederum unproblematisch.

In dieser Form könnte ich zahllose weitere Beispiele aufführen, wer sich in diversen Foren und Blogs einmal umschaut, wird sehr schnell fündig. Interessanterweise sind bereits die großen Parteien mit ihren Online-Shops in die Abmahnfalle getappt, halten es allerdings nicht für erforderlich, hier Rechtssicherheit zu schaffen.

Man fragt sich bei der Vielzahl von Fallen natürlich, wem die vielen Vorgaben und Vorschriften nützen sollen. In erster Linie sollen sie natürlich dazu beitragen, die Kunden vor Übervorteilung und die Mitbewerber vor unlauterem Wettbewerb zu schützen. Letzten Endes ist mein persönlicher Eindruck allerdings, dass aufgrund der Vielzahl von Vorschriften, Vorgaben und Klauseln nur noch mehr Verwirrung gestiftet als Klarheit geschaffen wird. Liest man sich als Kunde eine Widerrufsbelehrung durch, wird man spätestens nach dem zweiten Absatz nicht mehr wissen, was im ersten stand. Klarheit, Aufklärung über meine Rechte? Fehlanzeige, dazu ist die Widerrufsbelehrung in meinen Augen eher nicht geeignet.

Auch die vielen Punkte, die gegen unlauteren Wettbewerb schützen sollen erwecken in meinen Augen eher den Eindruck, eine Hilfe für diejenigen zu sein, die ihren Wettbewerb gern mit kleinen Gemeinheiten ärgern wollen. Manche Abmahnung, die vor Gericht verhandelt und zugunsten des Abmahnenden entschieden wurde, lässt mich am gesunden Menschenverstand zweifeln (bzw. am Vertrauen der Abmahner und Richter in den gesunden Menschenverstand). Beispielsweise wird eine Angabe zu den Lieferfristen in der Form von “Lieferung in der Regel 1-2 Werktage bei DHL-Versand” als unzulässig erachtet, während die Angabe “Die Lieferung erfolgt i.d.R. sofort nach Zahlungseingang” als unproblematisch angesehen wurde.

Sicherlich gibt es eine ganze Menge gerechtfertigter Abmahnungen, keine Frage. Eine Vielzahl von Regelungen, Vorschriften und Gesetzen wurde geschaffen, da gerade im Onlinehandel Schindluder getrieben wurde und Kunden abgezockt wurden. Keine Frage, hier musste natürlich zum Schutz der Verbraucher etwas getan werden, daran gibt es keinen Zweifel. Ich zweifle allerdings an der Sinnhaftigkeit so mancher Bestimmungen und frage mich, wem sie nützen. Mein Eindruck in vielen Fällen: Sie nützen ausschließlich den Anwälten.

Natürlich bin ich nur auf ein paar einzelne Punkte eingegangen, die mir vermehrt aufgefallen sind. Es gibt eine Vielzahl mehr (vielleicht sammeln sich ja noch ein paar Beispiele in den Kommentaren, würde mich freuen). Rechtlich kann ich die Dinge natürlich nicht erschöpfend beurteilen, aber mein Rechtsempfinden hat doch an vielen Stellen arge Schmerzen erlitten.

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Apple stellt das iPad vor

und ich so “gähn”.

Es war wieder einmal recht amüsant, in den letzten Wochen die Spekulationen rund um das Apple Tablet mit zu verfolgen. iSlate, iTablet, iPad oder was auch immer im Vorfeld vermutet wurde. Ein ganz toller Wurf würde es werden, Apple würde wieder einmal den Markt revolutionieren und so weiter und so fort.

Heute liest sich vieles etwas anders und man kann eine gewisse Enttäuschung bei vielen nicht übersehen. Aber warum? Ich bin nicht enttäuscht, nicht im geringsten. Denn letzten Endes hat Steve Jobs gestern Abend genau das präsentiert, womit ich gerechnet hatte: Einen übergroßen und überteuerten iPod touch. Wow!

Ich hatte wieder einmal mit keinerlei Innovation gerechnet und bin somit auch nicht enttäuscht worden. Was präsentiert wurde ist nichts, was wir nicht schon gesehen hätten. Mit den Apple-typischen Einschränkungen und Nutzer-Gängelungen. In halbwegs schickem Design. Nochmal Wow!

Im Ernst, ich würde nicht von mir behaupten, einem Tablet PC vollkommen ablehnend gegenüber zu stehen. Im Gegenteil, ein praktisches, nützliches und vernünftig handhabbares Gerät in dieser Form könnte mich durchaus zum Kauf bewegen, wenn es denn bezahlbar ist. Ich bin technikbegeistert genug, um dafür Einsatzmöglichkeiten zu finden. Aber das iPad fällt für mich ganz klar nicht in die Kategorie “kaufbar”. Weil ich mich mit den aufgezwungenen Einschränkungen nicht anfreunden könnte.

Die erste (und sicher wichtigste) Einschränkung ist: das iPad kann kein Multitasking. Damit wäre es für mich eigentlich schon gestorben. Ja, natürlich, ich kenne die Stimmen die da rufen “Hey, ich brauche kein Multitasking!”. Aber es wäre müßig, darauf groß einzugehen, denn exakt diese Leute wären es, die dann, wenn tatsächlich einmal Multitasking “nachgerüstet” werden würde, dies lauthals als DIE Innovation schlechthin feiern würden. Kennen wir ja von anderen Apple-Spielzeugen zur Genüge (“Ich brauche kein Copy and Paste…”).

Was mich allerdings noch viel mehr stört als die technischen Grenzen (mal ganz ehrlich, zeitgemäß sind die technischen Daten wirklich nicht), ist die Apple-typische Verdongelung. Applikationen installieren? Aber klar doch, solange Du sie in unserem AppStore erwirbst und solange wir bestimmen, was Du installieren darfst und was nicht. eBooks lesen? Aber klar, allerdings treffen wir eine Vorauswahl, was Du lesen darfst und was nicht. Nein Danke! Zudem: Bücher auf einem solchen Display lesen ist ganz sicher eine “tolle” Sache (wenn ich schon die Spiegelungen auf dem Display im Video sehe…). Wer öfter mal Dokumentationen lesen muss, wird mir sicher zustimmen, dass es auf einem herkömmlichen Display echt alles andere als angenehm ist. Deshalb habe ich mich auch über die Erfindung von EPaper gefreut, auf meinem EBook-Reader macht das Lesen im Gegensatz zum Notebook oder dem PC tatsächlich Laune.

Alles in allem präsentiert Apple mal wieder recht altbackene Technik zu überhöhten Preisen (auf die 1:1 Umrechnung Dollar/Euro geh ich mal gar nicht ein). Und wie gewohnt finden sich genügend Apple-Jünger, die den iTampon in den Himmel loben. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ein Trabbi mit einer Porsche-Karosse eben immer noch nur ein Trabbi ist. Nur in schick.

Irgendwann werde ich mir sicherlich mal einen Tablet-PC zulegen, einfach, weil ich die Idee an sich nicht schlecht finde. Aber: es wird ganz sicher kein iPad sein. Mich freut allerdings der Vorstoß von Apple durchaus. Denn nun werden verstärkt Geräte erscheinen, die die ganzen Mängel nicht haben werden und wirklich etwas leisten. Und darauf freue ich mich tatsächlich.

Fakt ist: Die Meinungen sind selbst unter den Apple-Jüngern sehr geteilt. Allerdings lese ich diesmal wesentlich seltener die “Hurra, das kauf ich auf jeden Fall”-Nachrichten als bei anderen Neuvorstellungen Apples. Offenbar hat das Gerät doch nur bei wenigen Begeisterung ausgelöst. Oder?

Update: Caschy hat eine Umfrage gestartet “Das Apple iPad. Hype oder Fail?” und will wissen, ob man sich das Teil kaufen würde oder nicht. Die Ergebnisse sind bislang recht interessant.

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Frohe Weihnachten!

Auch wenn einige von Euch inzwischen sicherlich bereits den Festtagsbraten in sich hinein stopfen, möchte ich Euch an dieser Stelle ein frohes Weihnachtsfest und ein paar angenehme und erholsame Tage im Kreise der Lieben wünschen.

Geschenke, die Euch überhaupt nicht zusagen, dürft Ihr gern bei mir abliefern. Ich finde sicherlich irgendeine Verwendung dafür ;)

Schöne Feiertage zusammen, ich bin dann mal weg für ein paar Tage!

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Yelp verzichtet auf eine halbe Milliarde Dollar

Am Wochenende war es überall zu lesen: Yelp, DAS Review-Portal für lokale Unternehmen, Geschäfte und Restaurants, geht für 550 Millionen Dollar an Google. Der Deal schien perfekt und der Verkauf nur noch eine Frage von Kleinigkeiten zu sein.

Heute nun die Kehrtwende. Yelp wird nicht verkauft. Zumindest nicht an Google, wie es scheint. “Ein besseres Angebot von jemand anderem” wird gemunkelt, was auch der einzige logische Schluss zu sein scheint. Wer hier als Mitbieter in Frage kommt – keine Ahnung. Microsoft? Facebook? Vermutet wird viel. Auch, dass es gar keinen Mitbieter gibt und dies nur einem Zweck dient: Google noch ein paar Dollar mehr aus der Tasche zu locken. Kann funktionieren, kann aber auch in die Hose gehen. Wir werden sehen.

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