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Mein Beitrag zur Diskussion um Klarnamenpflicht

Die Diskussion um die Verwendung von echten Namen und Pseudonymen ist so alt wie das Internet. Mindestens. Ich habe diese Diskussion im FidoNet erlebt, später im Usenet, auf diversen Plattformen und aktuell wird sie wieder einmal verschärft bei und im Zusammenhang mit Google+ geführt. Ausgelöst unter anderem aufgrund von Fällen wie meinem oder diesem hier. Neben vielen anderen.

Die Dauer der Diskussion hat aber nicht im Mindesten dazu geführt, dass sich Fronten verschoben oder möglicherweise aufgeweicht haben (von aufgelöst will ich mal überhaupt nicht sprechen). Im Gegenteil führt jede neue Runde dieser Diskussion zu mehr Verhärtung der Fronten, es ist nicht mal ansatzweise in Sicht, dass sich daran mal etwas ändern würde. Die Fronten sind derart verhärtet, dass Befürworter der Klarnamenpflicht sogar offen damit prahlen, offensichtliche Pseudonyme “anzuschwärzen”.

Ich persönlich trete online meist mit meinem Pseudonym auf. Hier und bei Twitter und auch anderswo. An anderen Stellen nutze ich genau so selbstverständlich meinen richtigen Namen, wenn ich das für erforderlich erachte. Ich zähle mich selbst nicht zu den Menschen, die streng an ihrem Pseudonym festhalten, habe diese “Identität” aber im Laufe von 10-12 Jahren inzwischen sozusagen lieb gewonnen und, das ist für mich wesentlich relevanter, es kennen mich doch eine Menge Leute in erster Linie unter diesem Pseudonym. Sie können mit meinem richtigen Namen wenig anfangen und sie sind meist auch gar nicht so sehr interessiert daran. Geht für mich vollkommen in Ordnung.

Obwohl ich selbst meinen richtigen Namen und mein Pseudonym gar nicht so strikt trenne, bin ich dennoch ein Befürworter der Möglichkeit, pseudonym auftreten zu dürfen, wo immer man es möchte. Ich sehe es als ein grundlegendes Recht jedes Einzelnen an, frei entscheiden zu dürfen, wie man online auftreten möchte. Ob man seine Identität jedem preis geben mag oder eben nicht. Natürlich ist es immer auch eine Frage, wo man sich aufhält und welchem Zweck die Mitgliedschaft in einem beliebigen Netzwerk dient. Es macht wenig Sinn, sich bei Xing oder Stay Friends unter einem Pseudonym zu bewegen, wenn man dort Kontakte knüpfen will. Sei es mit potentiellen Kunden, Dienstleistern oder Mitarbeitern. Oder einfach alte Schulfreunde wieder finden will.

Ein Social Network wie Google+ dient jedoch ganz anderen Zwecken. Es dient nicht vordergründig der Anbahnung von Geschäften (auch wenn es Menschen gibt, die in jedem neuen Netzwerk sofort ihre große Chance zum Geldverdienen sehen und selbst den Gedanken, Premium-Circle Zugänge zu verkaufen, außerordentlich toll finden), es dient vordergründig dem Austausch von Gedanken, Ideen, Informationen, Bildern oder anderen Dingen. Es dient dem Knüpfen sozialer Kontakte, wie immer diese auch aussehen mögen. Und hier sollte jedem selbst überlassen werden, wie und mit wem er das tun möchte. Unabhängig vom Namen zum Beispiel.

Es gibt also eine nicht gerade kleine Gruppe von Personen die auf dem Standpunkt stehen: nur echte Namen dürfen erlaubt sein. Liest man ihre Anmerkungen und Kommentare oder beteiligt sich gar an der Diskussion wie ich es in den vergangenen Tagen getan habe, dann wird man schnell erkennen, dass keiner dieser Realnamen-Befürworter auch nur ein einziges stichhaltiges Argument abliefern kann, WESHALB eine Klarnamenpflicht so viel besser sein soll. Der Grund dafür ist, dass es tatsächlich auch keine stichhaltigen Argumente dafür gibt.

Statt wirklicher Argumente liest man von den Befürwortern der Klarnamenpflicht entweder nur sehr abfällige Bemerkungen, die den “Gegner” einfach nur der Lächerlichkeit preisgeben sollen, oder aber immer nur persönliche Empfindungen. “Ich bin sowieso gegen Anonymität im Netz”, “Wenn es Dir nicht passt, dann musst Du es ja nicht nutzen” oder auch “Ich will wissen, mit wem ich mich unterhalte”. Das sind Empfindungen oder Willensäußerungen, aber keine Gründe. Es spricht für ein einzelnes Individuum erst einmal nichts dafür, eine Klarnamenpflicht grundsätzlich zu befürworten, im Gegenteil zeigen viele viele Ereignisse der letzten Jahre, dass eigentlich alles GEGEN die Verwendung von Klarnamen im Netz spricht. Seien es Probleme im Job, politische Verfolgung, Diskriminierung aufgrund anderer Meinungen oder Krankheiten oder sexueller Neigungen. Interessanterweise gibt es ganz andere Gruppierungen, denen etwas daran liegt, jeden einzelnen zu jeder Zeit deutlich im Netz identifizieren zu können. Unser Gesetzgeber hat das erkannt und entsprechende Regelungen im Telemediengesetz eingebracht, die Anbietern eine anonyme oder pseudonyme Nutzungsmöglichkeit ihrer Dienste zwingend auferlegen. Und das ist nicht nur hierzulande so, auch in den USA gibt es vergleichbare Regelungen.

Jetzt wäre es natürlich ein Leichtes, an dieser Stelle die Diskussion zu beenden, auf die Gesetze zu verweisen und damit dann einfach Recht zu haben. Dann würde ich mich aber auch nicht anders verhalten als die Befürworter der Klarnamenpflicht, die ihre Diskussionsbeiträge gern in “Basta!”-Manier verfassen und damit die Diskussion dann gern als beendet erklären. Inklusive “Du must den Dienst ja nicht nutzen” oder “Geh doch, wenn es Dir nicht passt” oder, noch viel besser, mit “Es ist Googles Hausrecht, das so und so zu tun und deshalb hab ich ja sowieso Recht”. Und sich selbst nicht zu schade dafür sind, die Floskel “Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten” ausgiebig zu nutzen, was mich persönlich fast noch am meisten erschüttert. Nun, unabhängig von der Tatsache, dass das Hausrecht sicherlich nicht höher anzusetzen ist als Gesetze, finde ich es wichtig, dass diese Diskussion gerade jetzt geführt wird, wo Google mit seinem Social Network noch in der Anfangsphase steckt. Es ist auch wichtig, Google an seine eigenen Nutzungsbedingungen zu erinnern in denen steht “Die Nutzung der Dienste ist auch unter einem Pseudonym möglich.”

Es ist ebenso wichtig, Verfechter des “Nur echte Namen dürfen ins Netz”-Irrglaubens danach zu fragen, was exakt die Gründe dafür sind, dass Pseudonyme verwerflich sind. Wo genau ihr Problem liegt, wenn jemand anderes eben nicht wie sie selbst mit seinem Vor- und Zunamen im Netz auftauchen möchte. Nur leider, wie ich oben schon schrieb, erfährt man keine wirklichen Gründe. Ich habe in den Diskussionen Aussagen erlebt wie “Ich möchte wissen, mit wem ich rede.” oder “Ich kann niemanden ernst nehmen, der sich hinter einem Pseudonym verstecken muss.”. Also wieder Befindlichkeiten. Und gerade die zuletzt genannte Aussage erinnert mich extrem an die weit verbreitete Einstellung “Wenn ein Berater nicht im Anzug auftritt, dann kann er ja nichts taugen.”… (nebenbei bemerkt: die größten Nieten oder Betrüger treten bevorzugt in möglichst teuren Anzügen auf…)

Nun, aber genau das ist ja das schöne an Social Networks: Wie im wahren Leben ist niemand gezwungen sich mit Personen zu unterhalten, die einem überhaupt nicht zusagen. Gerade Google+ macht es hier jedem sehr einfach, sich derartiger Individuen zu entledigen. Man kann sie ignorieren, blocken, aus seinen Kreisen ausschliesen, sie an die Social Network-Regierung verpetzen. Geht alles. Auch wenn ich es traurig (ich wollte jetzt nicht so gern “erbärmlich” hinschreiben) finde, wenn jemand den Wert des Inhalts einer Aussage daran bemisst, wie die Person heißt oder sich nennt (oder aussieht). Ich persönlich achte bei einer Diskussion oder einem Gespräch nicht einmal im Ansatz darauf, unter welcher Bezeichnung jemand mir gegenüber auftritt, ich bin an der Aussage interessiert. Finde ich sie gehaltvoll oder interessant, macht das auch die Person für mich interessant. Beinhalten die vielen Worte nur leere Phrasen oder vollständigen Müll, interessiert mich der Rest auch nicht groß. Ich kann mich also sehr gut mit Menschen unterhalten, deren Namen ich nicht kenne. Und der mir in diesem Moment auch überhaupt nicht wichtig ist. Unterhalte ich mich öfter mit dieser Person, frage ich eventuell mal nach und gebe mich mit der Information zufrieden, die diese Person mir zu geben bereit ist. Das hat nicht das Mindeste mit Oberflächlichkeit zu tun, sondern in allererster Linie sehr viel mit Toleranz.

Genau die Toleranz ist es, die den meisten Befürwortern der Klarnamenpflicht leider vollkommen abgeht. Sie können oder wollen es nicht tolerieren, dass andere ihre Meinung nicht so öffentlich mit ihrem richtigen Namen in Verbindung gebracht wissen wollen oder können. Genau genommen schadet es keinem, wenn Hans Peter Pusemuckel als “Hapepu” online seine Meinung kund tut. Es könnte aber sein, dass Hapepu tatsächlich aufgrund von Insiderwissen sehr wertvolle Beiträge zu einer Diskussion beisteuern kann, die ihm vielleicht im wahren Leben zum Nachteil gereichen würden, würde er sie als Hans Peter Pusemuckel schreiben. Warum ist das nicht tolerierbar?

In einer Diskussion wurde mir sogar entgegen geworfen: Ihr Pseudonymverfechter seid ja diejenigen, die keine Toleranz kennen! Ist das so? Tolerieren wir nicht, dass Ihr viel lieber unter Eurem echten Namen auftreten möchtet? Wollen wir Euch zwingen, Pseudonyme zu verwenden? Verlangen wir von Euch eine Plattform zu verlassen, wenn Ihr kein Pseudonym verwenden wollt? Akzeptieren wir nicht, dass Ihr auf Pseudonymnutzer nicht eingehen oder Euch nicht mit ihnen unterhalten möchtet? Nichts dergleichen!

Wir erwarten ja auch gar nicht, dass Ihr uns dabei unterstützt, die anonyme oder pseudonyme Nutzung von Diensten wie Google+ zu ermöglichen. Das einzige, worum wir Pseudonymbefürworter und -nutzer Euch bitten ist: Fallt uns doch nicht auch noch in den Rücken! Und lernt bitte endlich Toleranz.

Update: Mit weniger Worten auf den Punkt bringt es der Beitrag von Jana Herwig, den ich heute Morgen gelesen habe. Einen weiteren hervorragenden Artikel zur Diskussion gibt es auch von Markus Breuer.

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Crawling-Fehler mit _wpnonce und wp-login.php in WordPress-Blogs beseitigen

Ich wundere mich schon seit einer Weile über eigenartige Crawling-Fehler, die mir in den Webmaster Tools unter Diagnose angezeigt werden. Sie sehen beispielsweise so aus:

http://www.xsized.de/wp-login.php?action=logout&redirect_to=http%3A%2F%2Fwww.xsized.de%2Fein-ende%2F&_wpnonce=xxxxxxxxxx

Alle erzeugten einen 403-Fehler und verschlechtern natürlich die Bewertung des eigenen Blogs bei Google. Seiten mit fehlerhaften Links sind unschön und somit auch nicht wichtig. Also mal im Seitenquelltext nachgeschaut und festgestellt: Der Link wie oben im Beispiel dargestellt wird durch die WordPress Admin-Bar in die Seite eingefügt. OK, gut und schön, nachvollziehbar. Nur warum zur Hölle sieht der Crawler von Google die Admin-Bar?

Des Rätsels Lösung scheint in meinem Fall das Plugin W3 Total Cache zu sein. Dieses Plugin beschleunigt die Auslieferung der Inhalte, indem es diverse Caching-Mechanismen aktiviert. Unter anderem cached es auch die fertig zusammengebauten Seiten für eine gewisse Zeit auf der Festplatte und kann im Idealfall diesen Cache ausliefern, statt erst den deutliche längeren Weg über Datenbankabfragen nehmen zu müssen. Dieses Feature hatte mir schon einmal den Allerwertesten gerettet, als aufgrund eines massiv retweeteten Blogeintrages urplötzlich hunderte von Besuchern binnen 2-3 Minuten hier aufschlugen…

Nun, soweit, so schön. Aber eigentlich hatte ich erwartet, dass aufgrund der Aktivierung von “Don’t cache pages for logged in users” im Plugin meine Besuche NICHT gecached werden würden. Macht ja auch Sinn, anderenfalls würden Besucher meiner Seite unter Umständen MEINE Admin-Bar im Quelltext ausgeliefert bekommen. Und möglicherweise auch angezeigt… Überhaupt nicht schön. Nur scheint es exakt an diesem Punkt einen Bug im Plugin W3 Total Cache zu geben, denn ganz offensichtlich wurde meine Besuche sehr wohl gecached, nur nicht aus dem Cache an mich ausgeliefert. Googles Crawler hingegen hat die Seiten offenbar aus dem Cache bekommen, MIT meiner Admin-Bar. Und lief beim überprüfen der Links dann in den “403 Forbidden”-Fehler. Unschön.

Da ich die Admin-Bar ohnehin nicht nutze, habe ich sie nun kurzerhand ausgeblendet. Eine sehr einfache Möglichkeit dazu habe ich im Blog von WordPress Deutschland gefunden und somit war es nur eine Sache von einer Minute. Es gibt nun keine Admin-Links mehr in der Seite, auch nicht, wenn ich eingeloggt bin. Somit kann auch nichts falsches gecached und ausgeliefert werden. Problem (offenbar) gelöst. Werde in den nächsten Tagen mal verstärkt darauf achten, wie es in den Webmaster Tools aussieht.

 

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Google+ sperrt Pseudonyme aus (Aktualisiert)

Anmerkung: Aufgrund von Fällen wie meinem, den ich hier beschreibe, wurde erneut eine hitzige Debatte über die Verwendung von Klarnamen in Onlinediensten angestoßen, die zum Teil ein gutes Stück unter der Gürtellinie geführt wird. Meine Meinung dazu findet Ihr unter “Mein Beitrag zur Diskussion um Klarnamenpflicht“.
Doch nun zum Thema:

Hier und auch anderswo trete ich schon seit vielen vielen Jahren unter meinem Pseudonym “XSized” auf. Dieses Pseudonym entstand als ich begonnen hatte, Musik von mir zu veröffentlichen (ein paar vereinzelte Tracks von mir gibt es tatsächlich auch noch im Netz). Den Namen habe ich seitdem beibehalten, unter diesem Namen läuft auch meine private Domain.

Den Namen nutzte ich bei MySpace, ich veröffentliche gelegentlich Fotos unter diesem Namen, ich twittere als XSized und selbst bei Facebook findet man mich so. Und – ich nutze seit was weiß ich wie vielen Jahren dieses Pseudonym als private eMail Adresse. Bei Googlemail. Incl. Google-Profil, seit es das gibt. Immer und überall war ich als “XSized” unterwegs und habe dennoch an vielen Stellen die Möglichkeit geschaffen, meinen Realnamen zu sehen, es ist für jeden eine Leichtigkeit festzustellen, wer XSized ist. Da muss man bspw. einfach nur mal hier ins Impressum schauen… Ich nutze dieses Pseudonym also nicht, um meine Identität zu verschleiern, sondern einfach aus Gewohnheit und weil mich eine Menge Leute unter diesem Namen kennen. Und mit “Mirko Weiße” nicht sonderlich viel anfangen können. (Neben den aufgezählten Plätzen im Web gibt es unter Garantie eine Vielzahl mehr, wo man mich als XSized findet. Ich hab nur gerade keine Lust zu suchen…)

Wie gesagt: mein Google-Profil lautete über Jahre hinweg auf den Namen “XSized”. Irgendwann wurde ein Nachname erforderlich, da hatte ich dann “himself” eingetragen. Und genau so landete mein Profil dann auch bei Google+, als ich letztens Zugang erhielt. Und war seitdem dort so zu sehen. Bis vorhin. Denn vor einigen Minuten wurde ich so in meinem Google+-Profil begrüßt:

Mein Profil ist also gesperrt. Ohne Vorwarnung und übergangslos. Und ganz ehrlich: So cool ich Google und die Produkte auch finde und so gern ich viele Produkte auch nutze – an dieser Stelle agiert Google sehr uncool. Natürlich, ich wurde noch nicht heraus geworfen, ich kann Google+ noch lesend nutzen. Dass man meine alten Beiträge allerdings noch lesen kann bezweifle ich, neue kann ich nicht verfassen (und so auch meine Kontakte nicht anschreiben). Und das ist ziemlich daneben.

Ich beschwere mich jetzt sicher nicht, weil man mir “mein Spielzeug” weggenommen hat oder dergleichen, das wär kindisch und albern. Ich finde lediglich die Vorgehensweise an dieser Stelle unangemessen. Gerade bei einem neuen Dienst, bei dem Google zu vieles so richtig macht, darf man nicht derart falsch vorgehen. Angemessen hätte ich gefunden, wenn man mich darauf hingewiesen hätte, dass Pseudonyme nicht erwünscht sind und man mir eine gewisse Zeit einräumen würde, meinen Realnamen einzutragen. Vollkommen unproblematisch, hätte nicht weh getan, ich hätte es vielleicht ein wenig doof gefunden, aber letztlich die Änderung ohne zu murren vorgenommen. Aber diese Vorgehensweise entspricht vollkommen der, die Google eben auch in der Vergangenheit bei anderen Produkten an den Tag gelegt hat und für die Google vielfach kritisiert wurde.

Schade, diese Aktion trübt meinen bisher durchgehend positiven Eindruck von Google+. Ich habe meinen Namen inzwischen dort auf Mirko “XSized” Weiße geändert und das verlinkte Formular ausgefüllt (auch wenn das Formular genau diesen Punkt “Ich habe meine Daten korrigiert” gar nicht abdeckt) und harre nun der Dinge, die kommen mögen. Und ärgere mich ein wenig. Ein ganz klein wenig zumindest.

Nachtrag: Während ich nach wie vor zumindest in meinen Streams lese, kommen mir dann auch so offensichtliche Realnamen wie “Darth Vader“, “Yoda” und “Han Solo” unter die Augen. m(

Nachtrag 2: Erfahre gerade via Twitter, dass andere sogar mit ihrem Realnamen zunächst gesperrt und anschließend gelöscht wurden. Beispielsweise Tobias Wimbauer.

Nachtrag 3: thinq_ berichtet über einen ähnlichen Fall und im Augenblick deutet alles darauf hin, dass Google eine anonyme (bzw. pseudonymisierte) Nutzung nicht zulassen will. In den Community-Richtlinien, auf die Google in dem Sperrhinweis verweist, steht hierzu:

Anzeigename
Verwenden Sie den Namen, mit dem Sie normalerweise Freunde, Familie und Kollegen angesprochen werden. Dies dient der Bekämpfung von Spam und beugt gefälschten Profilen vor. Wenn Ihr vollständiger Name zum Beispiel Michael Sebastian Müller ist, Sie normalerweise aber Michi Müller oder Bastian Müller verwenden, ist dies auch in Ordnung.”

Inwiefern das Verbot, mein seit weit über 10 Jahren etabliertes und bekanntes Pseudonym zu verwenden, der Spambekämpfung dient, hat sich mir allerdings noch nicht erschlossen. Auf das Telemediengesetz, auf das Josh K. Phisher vollkommen zu Recht hinwies, will ich gar nicht erst groß eingehen an dieser Stelle. Trotz allem habe ich Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland, die Frage gestellt, wie Google grundsätzlich zu §13 Abs. 6 Telemediengesetz steht.

Nachtrag 4: Wie ich inzwischen feststellen musste, kann ich nun mit meinem Account auch Buzz nicht mehr nutzen. Kommentieren etc. ist für mich nicht mehr möglich. Ich nutze Buzz seit bestehen und IMMER schon nur unter meinem Pseudonym. Ich korrigiere aktuell mein vorhin geäußertes “ein klein wenig ärgern” zu “die Wut kommt hoch”. Sorry Google, bisher hab ich Euch immer die Stange gehalten, aber jetzt geht Ihr echt zu weit. Wann verliere ich wohl meinen Mailaccount?

Nachtrag 5: Der Wahnsinn geht weiter. Im Google Reader, den ich ebenfalls seit Verfügbarkeit nutze, darf ich nun auch keine Empfehlungen mehr geben. Darüber habe ich zum Beispiel auch meinen Twitter-Account gefüttert. Google sperrt mich also systematisch aus allen Diensten, die ich seit Verfügbarkeit in Deutschland nutze und auch immer wieder weiterempfohlen habe, mit einem Rutsch aus. Ich weiß gerade nicht so recht, was ich dazu sagen soll, ich bin baff angesichts einer derartigen Vorgehensweise. Wie schon geschrieben: Mal schauen, wie lange mein eMail-Account wohl noch funktioniert.

Nachtrag 6: Ich habe Googles Pressesprecher Stefan Keuchel nun persönlich angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten.

Nachtrag 7: Eben gerade (20:10Uhr) flattert eine eMail von Google herein, die Antwort auf mein ausgefülltes Formular heute Nachmittag (siehe oben). Inhalt:

Hallo,
Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme mit Blick auf unsere Überprüfung der Name, den Sie versuchen, in Ihrem Google-Profil verwenden. Nach Prüfung Ihrer Beschwerde  haben wir festgestellt, dass der Name, den Sie verwenden möchten unsere Community-Standards verstößt. Google Profile erfordert, dass Sie den Namen, die Sie häufig durch in den Alltag gehen zu verwenden. Sie können unsere Community Standards bei
http://www.google.com/support/profiles/bin/answer.py?answer=1228271
überprüfen

Mit freundlichen Grüßen,
Neil
Die Google Profile Support Team

Hi,
Thank you for contacting us with regard to our review of the name you are trying to use in your Google Profile. After review of your appeal, we have determined that the name you want to use violates our Community Standards. Google Profiles requires you to use the name that you commonly go by in daily life. You can review our Community Standards at
http://www.google.com/support/profiles/bin/answer.py?answer=1228271

Sincerely,
Neil
The Google Profiles Support Team

Überflüssig zu erwähnen, dass mein Profil trotz geänderten Namen weiterhin gesperrt ist. Theorie: Da hat keiner drauf geschaut nachdem ich das Formular ausgefüllt habe. Den Namen habe ich nämlich geändert, BEVOR ich das Formular an Google gesendet habe.

Nachtrag 8: Ein offener Brief an Google von Stefan (palisadesberlin) Baumgartl, der es auf den Punkt bringt. Zitat:

(…)Dazu kommt, viele von uns sind seit Jahren im Netz unter einem Pseudonym aufgetreten, bekannt geworden, bei Twitter, Facebook oder im eigenen Blog (jaja, das Wort Stringenz war noch nie so ihres?)

Natürlich melden sich viele dieser User auch hier mit o.g. Pseudonym an. Diese Profile, ohne Vorankündigung (ich nehme an automatisiert?) zu sperren oder zu löschen finde ich, zumindest, fragwürdig und erinnert mich im Umgang mit den Usern und deren Bedürfnissen an ein anderes großes soziales Netzwerk.

Außerdem erschließt sich mir kein Unterschied zwischen: Ich (Stefan B.) melde mich hier z.B. als Lieschen Mueller an und darf rein bzw. drinbleiben und als palisadesberlin fliege ich raus ?

Nachtrag 9: Kurz nach 0Uhr und es kommt Bewegung in die Angelegenheit. Zunächst mit dem Kommentar von Stefan hier unter diesem Beitrag, inzwischen mit einer weiteren Meldung des Support Teams. Nachdem ich den Hinweis bekommen hatte, mein (bereits geänderter) Name entspräche noch immer nicht den Richtlinien (wir erinnern uns, ich hatte meinen Namen in Mirko “XSized” Weiße geändert), hatte ich zähneknirschend dann auch noch das Pseudonym weggelassen. Schlicht und ergreifend “Mirko Weiße“. 3/4 der Leute, mit denen ich in Kontakt bin, weiß damit zwar nix anzufangen, aber ok. Ich habe auch das Formular erneut ausgefüllt, diesmal eine gute Handvoll an “Beweis”-URLs mitgeliefert und bekam eben die Antwort:

Hi Mirko Weiße,
Your name still violates our policy because of the ß in your last name.
Here is the link where you can go over our name policy.

After you have edited your name send me an email and I will re-review your
Profile.

Ehrlich? Ich habe eben Tränen gelacht, ganz im Ernst. Ich konnte nicht glauben, was ich gelesen habe. Ich habe dann in meiner Antwort darauf hingewiesen, dass ich nun mal so heiße, was soll ich machen… Und habe nun statt meinem richtigen Namen wieder ein “Pseudonym” im Profil: Mirko Weisse. Genial! 😉

Nachtrag 10 (und vorläufiges Ende): Über Nacht wurde mein Profil wieder aktiviert und ich erhielt folgende Mail:

Hi Mirko Weisse,
Thank you for contacting us with regard to the name you want to use with your Google Profile. After further review, we have determined that your name is within our Community Standards policy. Thank you for your patience while we reviewed your profile name. The reason we do not want special symbols in names like, ß, is that it makes searching for your name harder.

Sorry Google, aber DIESE Begründung ist ehrlich daneben. Für den Fall, dass mich jemand mit meinem echten Namen kennt und mich bei Google+ sucht, wird er meinen Namen (wahrscheinlich) richtig schreiben. Dumm ist nur, dass derjenige mich nun nicht finden wird! Ich hab es probiert. Eine Suche nach “Mirko Weiße” liefert – nichts. Eine Suche nach “XSized” hingegen führt inzwischen auf mein Profil – aber nicht etwa über meinen Alias…nein, meine eMail-Adresse wird gefunden (und angezeigt)! Wie steht es doch gleich noch mal unter den Profileinstellungen?

Ach ja: “Ihre tatsächliche E-Mail-Adresse wird dem Absender nicht angezeigt.” In der Suche aber schon?

Kann das vielleicht mal jemand ausprobieren und mich bei G+ mit meinem Pseudonym suchen? Seht ihr bei der Eingabe in den Vorschlägen meine Mailadresse? Habt Ihr mich in einem Circle? Hab ich Euch auch in einem Circle? Habt Ihr meine Mailadresse schon in Euren Kontakten? Über Antworten wäre ich dankbar, es wäre sicher interessant zu wissen, unter welchen Umständen die Mailadresse angezeigt wird.

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Facebook-Umfrage zu Google+

Ich bin ja ein recht neugieriger Mensch, daher habe ich mir mal den Spaß erlaubt und bei facebook eine Umfrage erstellt. Ziel der Umfrage ist, mal grob abschätzen zu können, wohin die Reise bezüglich Google+ gehen könnte. Speziell bei den Leuten, die derzeit facebook nutzen.

Zugegeben, hier hätte man noch ein paar Antwortmöglichkeiten mehr unterbringen können, aber zu weit wollte ich das nun nicht aufdröseln. Ich denke die wichtigsten Punkte sind enthalten.

Wissenschaftlichen Ansprüchen soll die Umfrage natürlich nicht genügen, das ist nicht das Ziel dieser Aktion. Vielmehr ist es einfach Interesse daran, wie Google+ aktuell wahrgenommen wird, wie das Interesse gerade unter den facebook-Nutzern aussieht und vielleicht auch für eine grobe Abschätzung, wie die Chancen derzeit für Google stehen.

Ich bin mal gespannt, wie das Ergebnis aussehen wird. Auch darauf, wie viele letztlich teilnehmen werden. Und natürlich auch darauf, ob diese Umfrage für facebook nicht vielleicht doch zu weit unter die Gürtellinie geht. Schauen wir mal, ich werde berichten 😉

(btw: Es zeigt sich, dass ich tatsächlich nicht gut genug über facebook Bescheid weiß. Also keine Ahnung, ob mein Link auf die Umfrage auch von denjenigen gesehen werden kann, die nicht in meiner Freundesliste stehen. Ich meine ja, aber sicher bin ich nicht. Hinweise sind willkommen 😉 )

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