Kabinett beschließt: Die Internetfilter kommen
Wer noch ernsthaft geglaubt hat, die Diskussion rund um die Filterung des Internets würde in Kabinett oder Regierung auf einem sachlichen Niveau geführt und sorgfältig abgewägt, sieht sich heute der traurigen Realität gegenüber: Kabinett beschließt härtere Bekämpfung heißt es nun.
Was im Klartext nichts anderes bedeutet als: Die Filterung des Internets wird kommen.
Nun ist es ja nicht so, dass es mir nicht bereits seit längerem klar war. Ich habe, so bitter das auch klingen mag, damit gerechnet. Denn es ist mir vollkommen klar, dass die Möglichkeit, ein solches Instrument zur Unterdrückung unliebsamer Inhalte im Internet zu installieren, selbstverständlich von enorm hoher Bedeutung für all diejenigen ist, die bestimmte Inhalte nicht sehen möchten. Bzw. nicht wünschen, dass andere diese sehen.
Warum ich nicht schreibe “Instrument zur Bekämpfung kinderpornographischer Angebote im Internet”? Weil es das nicht ist. Wer auch jetzt immer noch glaubt, es ginge einzig und allein um eine wirksame Bekämpfung der Kinderpornographie bzw. deren Verbreitung, der hat in den letzten Monaten entweder überhaupt nicht aufgepasst oder einfach irgendwann den Faden verloren. Ginge es tatsächlich um die Bekämpfung von KiPo, dann sollte man doch meinen, dass zumindest alle bisher existierenden rechtlichen Möglichkeiten kompromisslos ausgenutzt wurden, oder? Das Gegenteil ist der Fall! Anderenfalls müssten nicht über Monate oder Jahre hinweg Zugriffe auf Seiten gesperrt werden.
Natürlich glauben wir alle nun zu gern, dass die Filterung/Sperrung ausschließlich auf KiPo-Angebote angewendet wird:
Immerhin eine klare Festlegung findet sich in dem Eckpunkte-Papier, und zwar prominent in der Präambel: Danach soll sich das Gesetz ausschließlich mit Zugangssperren für Seiten mit kinderpornografischen Inhalten befassen. Im Windschatten der Von-der-Leyen-Initiative waren eine Reihe weiterer Sperr-Begehrlichkeiten aufgetaucht, zuletzt hatte etwa Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) nach dem Amoklauf von Winnenden Internet-Sperren für Gewalt-Webseiten ins Gespräch gebracht. “Eine Ausweitung auf andere Zwecke ist nicht beabsichtigt”, heißt es dazu deutlich. (spon)
Klar. Die Online-Durchsuchungen dienen ja ebenfalls allein dem Zweck der Terrorbekämpfung. Und die Maut-Daten dienen ja auch allein der Kontrolle der Maut-Abrechnungen.
Wie man mit Kritikern umgeht, demonstriert man derweil schon mal in der Praxis. Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder erfahren könnte, was tatsächlich passiert.
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[...] funktioniert, und so soll nun die boese Kinderporno-“Industrie” durch Netzfilter “bekaempft” [...]
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Was sollte man denn deiner Meinung nach tun?
Kritisieren ist immer leicht und mir hängen die Phrasen zum Hals raus: Politiker sind alle scheiße und haben keine Ahnung! Erhöhen alle steuern …
Fakt ist, dass man in Deutschland freien Zugang zu Kinderpornografischen Bildern hat. Was soll man denn dagegen tun?
Twitter: XSized
sagte am 26.03.2009 um 15:08
@Felix: Zum Beispiel die Server vom Netz nehmen? Ein Beispiel dafür habe ich verlinkt. Die so gern vorgebrachte Behauptung, an die Server käme man nicht heran, ist schon lange widerlegt. Die Mehrzahl der Server auf den Filterlisten stehen in den USA, Deutschland, Niederlanden etc.
Was aktuell passiert ist etwas, was es an anderen Stellen der Verbrechensbekämpfung nicht gibt. Wenn bekannt ist, dass in einem Haus Drogendealer wohnen und dort ihre Kunden versorgen, dann wird nicht ein Stoppschild an die Tür gehängt sondern der Laden hoch genommen. In diesem Fall aber soll das ein wirksames Mittel sein. Unfug!
Aber wie ich in meinem Beitrag bereits schrieb: Um KiPo geht es ja gar nicht…
Ich denke trotzdem, dass die Kinderpornographie ein sehr entscheidender Punkt ist. Zudem kommen sicherlich auch noch die vorfälle in den letzten Wochen zum Thema “Amoklauf”. Damit mein ich, dass gewaltfördernde Seiten oder ähnliche auch verboten werden könnten.