Durchdrehender Spambot: Psycheclone

Seit einigen Tagen beobachte ich hier vermehrt Scans meines Blogs von den IP-Adressen 208.66.195.2 und 208.66.195.8, gelegentlich auch von 208.66.195.5 aus. An und für sich nichts ungewöhnliches, allein die Ausdauer und die Anzahl der Zugriffe machten mich ein wenig stutzig. Von den beiden ersten Adressen aus erfolgten jeweils täglich bis zu 800 Zugriffe, mindestens jedoch 500 über den ganzen Tag verteilt. Grund für mich, dieser Sache mal ein wenig auf den Grund zu gehen.

Langwierige Recherchen waren auch gar nicht nötig, ARIN spuckte aus, wem diese Adressen gehören: einer Digital Infinity Ltd mit Sitz in Moskau. Mit diesen Informationen bewaffnet war nun auch recht zügig herauszufinden, was es mit diesen Scans auf sich hat und was dahinter steckt: Psycheclone – ein Bot, der Webseiten nach Mailadressen durchsucht. Aha!

Mein erster Gedanke war: den füttere ich mit Müll bis zum überlaufen. Der 2. Gedanke: Klasse, dann blockiert mir dieses Mistteil hier nur noch mehr den Server und klaut Performance. Also bleibt nur eine Möglichkeit: aussperren. Da davon auszugehen ist, dass ein solcher Bot sich ganz sicher nicht an irgendwelche Einträge in der robots.txt hält und unter Garantie alles ignoriert was irgendwie geeignet sein könnte, ihn auf “friedliche” Art und Weise auszusperren, bleibt nur der harte Weg über die .htaccess.

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Weiter im Abmahnwahn

Angesichts solcher Berichte fragt man sich inzwischen tatsächlich, ob sich derzeit nicht ein neues Geschäftsmodell für Patent- und Rechtsanwälte entwickelt.
Kaum noch ein Beitrag, den man ruhigen Gewissens postet. Sei es, weil sich irgend jemand angep**st fühlen könnte, sei es, weil man vielleicht versehentlich den einen oder anderen Markennamen verwendet. In Kombination mit einer Adsense-Einblendung im Blog kann dies ganz fix mal als geschäftsmäßige Verwendung einer geschützten Marke deklariert werden.

Für Anwälte könnte dies nun ein netter Nebenverdienst werden: Blogger und Autoren lassen ihre Beiträge von einem Anwalt vor der Veröffentlichung gegenlesen und abnicken, selbstverständlich kostenpflichtig. Für die Markenrecherche würde sich ein Plugin bspw. für WordPress anbieten: Bevor der Beitrag veröffentlicht wird, prüft das Plugin gegen sämtliche öffentlich verfügbaren Datenbanken, ob im Text ein markenrechtlich geschütztes Wort auftaucht. Dieses könnte dann ja zum Beispiel automatisch durch eine unverfängliche Umschreibung ersetzt werden. Aus “Photoshop” würde dann beispielsweise “das bekannte Programm zum Bearbeiten von Bildern”, die Marke “Dada” aus dem verlinkten Beispiel liesse sich vielleicht umschreiben mit “2/3 eines bekannten Songtitels aus der Neue-Deutsche-Welle-Zeit”…

Nein, ich meine diese Vorschläge nicht ernst! Das ist Zynismus.

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Mysteriöser Adsense-Rauswurf

Das SEO Marketing Blog berichtet von einem recht mysteriösem Rauswurf eines Kunden aus dem Adsense-Programm von Google.

Der Kunde stellte heute morgen überrascht fest, dass in seiner Adsense-Statistik für einige Seiten 0 Impressions angezeigt wurden und trotzdem Adklicks zu verzeichnen waren. Gut, diesen Effekt kennt man, gelegentlich verschluckt sich das Ganze immer dann, wenn gerade ein Tageswechsel in den Statistiken erfolgt. Der Kunde war jedoch etwas irritiert und besorgt und schrieb daraufhin den Adsense-Support an, schickte zudem Screenshots seiner Beobachtungen mit.
Ergebnis dieser Aktion:
Der Kunde wurde heute nachmittag mit dem lapidaren Hinweis auf Klick-Fraud aus dem Programm gekegelt.
Das war kurz zusammengefasst das Ereignis, der komplette Bericht inkl. der Sreenshots ist im SEO Marketing Blog nachzulesen.

Was lehrt uns nun diese Geschichte? Wenn Du glaubst, das irgendetwas zu Deinem Vorteil nicht mit rechten Dingen zugeht: Halt die Klappe! Es könnte sonst sein, dass es zu Deinem Nachteil ausgeht…

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Schluss mit public

…im void blog.

“Ich verschliesse alle 1220 archivierten Beiträge mit einem Passwort. Scheiss auf PageRank oder allgemeine Nachschlagefunktion, der public void blog wird registrierungspflichtig. Wer das unangemessen oder nichtweb-2.0-mässig findet, der kann sich bei der Vielzahl der Juristen, Unternehmer und allen Psychopathen da draussen bedanken, die es zu einem unkalkulierbaren Risiko werden lassen, Thesen einer breiten Öffentlichkeit ohne ständige rechtliche Überprüfung zugänglich zu machen. Dabei ist es mir nur ein schwacher Trost, dass sich viele dieser Anfeindungen letztlich als Luftnummer herausstellen: Ich habe keine Lust, mich als Zielscheibe für fragwürdige Geschäftsmodelle oder allgemeine Spinnereien zur Verfügung zu stellen, egal ob das nach Wochen und Monaten für mich gut oder schlecht ausgehen würde.”

Ein konsequenter Schritt, der angesichts der seit einiger Zeit vorherrschenden Gebahren diverser Unternehmer und Privatleute in gewisser Weise nachvollziehbar ist. Die nach wie vor vorherrschende Rechtsunsicherheit im Internet (speziell im deutschen Raum) wird von diversen Subjekten gnadenlos ausgenutzt und schamlos missbraucht. Und die aktuelle Rechtssprechung ist sicherlich alles andere als geeignet, dieser Rechtsunsicherheit entgegen zu wirken. Insofern ist der Ansatz, den Christian verfolgt, nachvollziehbar.

Sicherlich mag es derzeit beinahe unausweichlich zu erscheinen, nahezu jeden Beitrag, den man verfasst, in Ruhe und mit klarem Kopf zu durchdenken, alle Eventualitäten und Böswilligkeiten anderer einzuplanen und zu erwägen. Gelegentlich meint man auch, ohne anwaltliche Überprüfung keinerlei Artikel mehr verfassen zu können…ja, dieser Eindruck drängt sich auch mir hin und wieder auf. Letztlich führen derartige Schritte aber genau zu dem Internet, welches sich diverse Unternehmen, aber auch manche Politiker wünschen bzw. herbeisehnen: Ein jederzeit kontrollierbares und übersichtliches Internet. Informationen von Privatleuten für Privatleute entfallen mehr und mehr, Leistungen werden nur noch kostenpflichtig und Informationen nur noch stark gefiltert verfügbar sein. Insofern könnte die derzeitige Rechtsunsicherheit durchaus den Eindruck erwecken, gewollt zu sein. Wer kann sich schon kostenpflichtige Abmahnungen in Höhe von 1000 Euro und mehr “leisten”, nur um sein Hobby weiter betreiben zu können? Von teuren Prozessen zur Durchsetzung der eigenen Rechte einmal ganz zu schweigen. Denn dass ein Großteil der in der Vergangenheit erfolgten Abmahnungen unberechtigt und unverschämt waren, ist sicherlich unbestritten. Aber: Angesichts der Höhe der teilweise willkürlich angesetzten Streitwerte ist der Weg zum Gericht für die meisten sicherlich unerschwinglich. Mit anderen Worten: Wer das Geld hat, bestimmt was “Recht” ist.

Angesichts dieser Praktiken und der damit unübersehbar beginnenden Entwicklung ist es meines Erachtens nach nicht ausreichend, die Abmahnpraxis einzelner Anwälte öffentlich zu kritisieren. Vielmehr sollten bereits mehrfach öffentlich diskutierte Vorschläge endlich umgesetzt werden. Denn: Das Internet lebt in erster Linie von den und durch die Benutzer, die uneigennützig in ihrer Freizeit Inhalte erstellen und Informationen veröffentlichen. Ganz sicher jedoch nicht von Schmarotzern, die die sich ergebenden Möglichkeiten zur Gewinnmaximierung missbrauchen. Da gehört endgültig ein Riegel vorgeschoben!

via dobschat

Nachtrag: Einen ebenfalls sehr ausführlichen und lesenswerten Artikel zu dem Thema Rechtsunsicherheit in Blogs und Foren habe ich soeben auch noch bei Hirnrinde entdeckt. Lesebefehl!

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