WISO informiert per Mail über Datendiebstahl

Die WISO-Redaktion des ZDF hat offenbar im Rahmen ihrer Recherchen zum Thema Datendiebstahl eine Liste von 56.000 gestohlenen Accountdaten auf einem chinesischen Server entdeckt. In einer bislang so nie stattgefundenen Aktion wurden nun offenbar gestern alle in dieser Liste gefundenen eMail-Adressen angeschrieben und mit der folgenden Mail beglückt:

Hallo, Eigentümer der E-Mailadresse xxxxx,

Sie erhalten diese Mail von uns, weil wir auf einen datenschutzrechtlich problematischen Sachverhalt aufmerksam gemacht wurden, der Ihre E-Mail-Adresse betrifft.

Ihre E-Mail-Adresse und das Passwort *xxxx* (Zu Ihrer Sicherheit wurde das Passwort gekürzt) befinden sich nach unseren Recherchen auf einem im Internet frei zugänglichen, in China beheimateten Server.

Die Daten scheinen aus einem Datendiebstahl zu stammen, die Datendiebe haben versucht, sich mit Hilfe dieser Kombination aus Mail-Adresse und Passwort Zugang zu Online-Bezahldiensten zu verschaffen.

Die Daten selbst stammen nach ersten Erkenntnissen aus einer Datenbank, die nichts mit Finanzdienstleistungen zu tun hat und bei der Sie sich in der Vergangenheit einmal angemeldet haben.

Möglicherweise nutzen Sie diese Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort für weitere Internet-Dienste, etwa für Ihren Mail-Account, zum Anmelden bei Online-Shops oder auf anderen Webseiten. In diesem Fall raten wir Ihnen dringend, auf jeder einzelnen dieser Seiten Ihr Passwort unverzüglich zu ändern, bevor irgendjemand aus dem Vorhandensein dieser Daten im Internet einen Vorteil ziehen kann.

Hinweise zur Verwendung von Passwörtern und für die sichere Passworterstellung erhalten Sie untenstehend.

Diese Mail geht zurück auf Recherchen der ZDF-Sendung WISO, die am Montag den 8. September ausführlich über diesen Datendiebstahl berichten wird. Informationen erhalten Sie spätestens dann auch unter http://www.wiso.de/  Bitte beachten Sie, dass wir keine Einzelfallberatung durchführen können – E-Mails an diese Versandadresse werden nicht beantwortet.

Wir werden die uns vorliegenden Daten nach Ausstrahlung des Beitrags löschen, Sie erhalten keine weitere Mail von uns an diese Adresse (es sei denn, Sie haben sich bei einem ZDF-Informationsdienst angemeldet.) Wir informieren das vom Datendiebstahl betroffene Unternehmen sowie die entsprechende für den Datenschutz zuständige Behörde von dem Vorfall. Allerdings haben wir keinen Einfluss darauf, die auf einem chinesischen Webserver liegenden Daten zu löschen.

Um über die Brisanz des Datendiebstahls qualifiziert berichten zu können bittet Sie die WISO-Redaktion, an einer kurzen Umfrage zum Datendiebstahl teilzunehmen, selbstverständlich anonym (Beachten Sie die Hinweise am Ende der Mail).
Ihre Angaben können dabei helfen, dass die Zuschauer der Sendung für Probleme rund um die Datensicherheit im Internet sensibilisiert werden.

http://vote.wiso.zdf.de/

Mit freundlichen Grüßen

Zweites Deutsches Fernsehen / Redaktion WISO

Solch eine Mail schockiert natürlich zunächst, viele gehen sicherlich auch von einer Phishing-Aktion aus, auch wenn hier typische Phishing-Elemente fehlen. Diese Mail ist allerdings echt. Einerseits bestätigt das inzwischen WISO, andererseits fanden viele Empfänger dieser Mail tatsächlich bis auf 2 ausge-X-te Stellen ihr Passwort in der Mail. Die Daten stammen offenbar aus der Registrierung für einen Online-Service. Robert und der EDV-Blogger haben inzwischen einige Details hierzu zusammen getragen. Es wurde offenbar tatsächlich in mehreren Fällen versucht, sich mit diesen Daten bei Paypal einzuloggen. Da viele Internetnutzer ein und das selbe Passwort für die unterschiedlichsten Online-Dienste verwenden, kann das in einigen Fällen also auch durchaus geklappt haben. Wer diese Mail also ebenfalls erhalten hat, sollte schleunigst sämtliche Passwörter ändern, die er/sie online benutzt.

Die Mail an sich ist äußerst ungewöhnlich, aber durchaus eine gute Idee der Redaktion. Ich persönlich hätte es allerdings besser gefunden, direkt auf eine Informationsseite zu verlinken, statt nur auf eine kommende Sendung zu verweisen und einen Link auf eine Voting-Seite zu setzen. Das hätte der Glaubwürdigkeit gut getan, so wirkte die Mail offenbar für viele als Spam.

Update: Inzwischen ist zu erfahren, dass die Daten bei PricewaterhouseCoopers geleaked sind. In einer Pressemitteilung heisst es unter anderem:

“Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) hat heute Strafanzeige gegen bislang unbekannte Daten-Hacker gestellt, die eine externe Servicedatenbank für Jobsuchende angegriffen und dabei Daten gestohlen haben. Diese von einem externen Serviceprovider betriebene Internet-Seite diente interessierten Nutzern zur vereinfachten Erstellung ihrer Bewerbung bei PwC.

Auf die Spur der Hacker kam PwC nach Hinweisen der ZDF-Redaktion Wiso am gestrigen Mittwoch. Unmittelbar eingeleitete Stichproben-Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass die Hacker die gestohlenen Adressen vor allem für Spam-Mails missbrauchen. Darüber hinaus sind E-Mail-Adressen und Passwörter neben Daten aus den Beständen anderer Unternehmen auf einem chinesischen Server aufgetaucht. PwC veranlasste seinen externen Serviceprovider umgehend zur Stilllegung der betroffenen Internet-Seite. PwC hat bereits damit begonnen, alle möglicherweise betroffenen Nutzer direkt über den Vorfall zu informieren und Hinweise zur eigenen Datensicherheit zu geben. PwC hat vorsorglich die Aufsichtsbehörde für den Datenschutz sowie die Berufsaufsicht von dem Hacker-Angriff und den eingeleiteten Sicherheitsmaßnahmen in Kenntnis gesetzt. Das Unternehmen wird die Ermittlungsbehörden in vollem Umfang bei der Aufklärung der Straftat unterstützen.

Nicht betroffen von dieser Hacker-Attacke sind sämtliche Internetangebote, die von PwC selbst betrieben werden. Dazu zählt vor allem der eigene Internetauftritt www.pwc.de. Ebenfalls nicht von der Attacke betroffen sind sämtliche Kunden- sowie alle übrigen Daten von Mitarbeitern und Bewerbern. …”

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Mehr Sicherheit für World of Warcraft

Keylogger sind ein großes Problem für alle Online-Games bzw. deren Spieler. Die Geschäfte mit Ingame-Gold florieren und der Markt will bedient werden, daher bedienen sich die “Lieferanten” diverser Tricks, um mit möglichst wenig Aufwand an das virtuelle Zahlungsmittel zu gelangen, welches dann wiederum in bare Münze verwandelt werden soll. Dafür werden dann gern auch schon mal ganze Chargen von Festplatten oder USB-Sticks mit einem Virus ausgeliefert, der dann für diverse Online-Games per Keylogging die Anmeldedaten einsammeln soll.

Blizzard geht nun einen in meinen Augen sehr eleganten Weg, um seine Kunden zu schützen: Sie bieten in Zukunft die Möglichkeit, optional einen Token für die Benutzerauthentisierung zu erwerben. Dieser generiert ein OTP (One Time Password), welches zusätzlich zu den Anmeldeinformationen eingegeben werden muss. Die Token sind dem jeweiligen Account fest zugeordnet und jedes durch diese Token generierte Passwort ist genau ein einziges Mal gültig, Keylogger werden somit ausgehebelt. Selbst wenn nun jemand Anmeldeinformationen mitschneiden kann – das OTP ist inzwischen ungültig und somit klappt die Anmeldung nicht mehr. Dieses Verfahren ist nicht neu, ich selbst habe es schon unzählige Male bei Kunden implementiert und auch für eBay gibt es seit einiger Zeit Token. Lobenswert finde ich aber, dass ein Hersteller eines Online-Games nun diese Möglichkeit für seine Kunden bietet. Sicher, auch OTPs sind nicht die ultimative und unknackbare Lösung, ein gewisses Restrisiko bleibt immer. Aber für mich ein erwähnenswerter Schritt, der den Kunden zudem gerade mal 6,50$ kosten soll.

Ob, wann und zu welchem Preis diese Token auch für deutsche Spieler verfügbar sein werden konnte ich auf die Schnelle nicht feststellen, ich glaube aber nicht, dass Blizzard diese Lösung nur auf den amerikanischen Markt beschränken wird.

Update: Der Token soll in Europa für 6 Euro verfügbar sein lese ich gerade

Update 2: Inzwischen ist auch die deutsche Version der FAQ verfügbar. Blizzard wird den Token unter der Bezeichnung Blizzard Authenticator demnächst über den Blizzard Shop vertreiben.

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Noch mehr Spaß mit Mac OS X Leopard

Apple stellt schon coole Produkte her, speziell die Firewall im neuen OS X Leopard ist megacool, wie wir inzwischen wissen. Sie ist so cool, dass die Jungs bei heise die Finger gar nicht mehr von ihr lassen können und prompt über das nächste Problem berichten: Die Firewall in Mac OS X Leopard beschädigt Programme, die anschließend unter Umständen nicht mehr lauffähig sind.

Der Trick ist ein ganz einfacher:  Die Firewall in Leopard definiert Verbindungsregeln nicht auf Portebene (“erlaube Zugriff von aussen auf Port 80″ zum Beispiel), sondern auf Programmebene. Ein installiertes Mailprogramm erhält dann zum Beispiel die Erlaubnis, mit dem Netzwerk zu kommunizieren. Ist das Programm noch nicht bekannt, wird der Benutzer um Erlaubnis gefragt. Bestätigt dieser die Freigabe für die Kommunikation mit dem Netzwerk, dann trägt OS X Leopard eine passende Regel in die Firewall ein. Zudem wird das Programm signiert, um es später eindeutig identifizieren zu können. Prinzipiell keine vollkommen dumme Idee, zugegeben.

Das Dumme an dieser Lösung ist jedoch: Mac OS X Leopard modifiziert bei der Signierung die eigentliche Programmdatei. Manche Programme merken davon nichts und starten wie gewohnt, andere Programme hingegen prüfen ihre Integrität beim Programmstart, wie beispielsweise Skype (und eine Vielzahl von kommerziellen Programmen, die so beispielsweise Crack-Versuche verhindern wollen). Und was passiert nun, wenn ein solches Programm feststellt, dass es modifiziert wurde? Richtig! Es startet nicht mehr. Was natürlich auch eine Methode ist, für Netzwerksicherheit zu sorgen ;)

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Löchrige Firewall in Mac OS X Leopard

Ja, heute ist mein Apple-Tag ;) Denn eben lese ich bei heise einen recht interessanten Artikel über die “Firewall” in Mac OS X Leopard. Ich schreibe “Firewall”, weil dieses Stück Software den Namen offenbar nicht wirklich verdient hat. Zitat von heise:

“Die Firewall von Mac OS X Leopard versagte in allen Tests: Sie ist standardmäßig nicht aktiviert und selbst wenn sie der Anwender einschaltet, verhält sie sich nicht so, wie er es erwartet. Netzwerkverbindungen zu nicht-autorisierten Diensten sind weiterhin möglich und selbst in der restriktivsten Einstellung “Alle eingehenden Verbindungen blockieren” lässt sie Zugriffe aus dem Internet auf Systemdienste zu. Auch wenn die hier aufgezeigten Probleme und Ungereimtheiten keine Sicherheitslöcher in dem Sinne darstellen, dass jemand über sie in einen Mac einbrechen könnte, ist Apple gut beraten, schleunigst nachzubessern”

Per default ist die Firewall offensichtlich so konfiguriert, dass sie sämtliche eingehenden Verbindungen zulässt. OK, das kennt man durchaus auch von früheren Windows-Versionen: Erst einmal ist alles erlaubt und der Anwender kann dann schauen, was er abschalten möchte. OS X Leopard geht da allerdings einen kleinen Schritt weiter: Selbst wenn der Anwender schon so clever war, unter OS X die Firewall zu aktivieren – nach dem Update auf Leopard ist die Konfiguration weg und die Firewall gestattet sämtliche eingehenden Verbindungen. Er darf sie also wieder aktivieren und alle Freigaben erneut anlegen. Aber auch hier bleiben Dienste ansprechbar, die der Nutzer nicht selbst freigibt, sie holen sich die nötigen Freigaben einfach selbst.

Doch selbst wer auch das bereits bemerkt hat und “Alle eingehenden Verbindungen blockieren” unter Leopard aktiviert hat Pech gehabt. Es bleiben nach wie vor diverse Dienste von außen ansprechbar. Was ja irgendwie nicht so ganz zu “ALLE Verbindungen…” passen mag. Einzige Abhilfe scheint derzeit der mitgelieferte BSD-Paketfilter zu sein. Denn ob ein Zugriff von außen auf Systemdienste des Betriebssystems so nützlich ist wage ich zu bezweifeln. Speziell wenn ich bei heise lese, dass diese Systemdienste zum einen mit root-Rechten laufen und zudem noch veraltete OpenSource-Pakete sind. Für diese Pakete sind bereits diverse Bugfixes erschienen, die in den von Apple eingesetzten Versionen scheinbar noch nicht enthalten sind.

Na, ich werde mir in den nächsten Tagen sicher mal den Spaß gönnen können, Mac OS X Leopard ein wenig übers Netz zu scannen. 2 Kollegen haben sich Apple-Hardware bestellt (z.B. ein MacBook), weil Leopard ja soooooo geil ist und überhaupt viel stylisher. Wird lustig… :twisted:

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