1. Juni, 2007
Genau daran erinnert mich die Standardfloskel, mit der Wolfgang Schäuble bei abgeordnetenwatch.de Fragen beantwortet, die ihm gestellt wurden.
„Der Kontakt zu den Mitbürgern ist mir persönlich sehr wichtig. Zum direkten Kontakt gehört für mich aber auch, dass mir die wesentlichen Daten – also zumindest die E-Mail-Adresse – meines jeweiligen Gegenübers bekannt sind. Über meine E-Mail-Adresse (wolfgang.schaeuble@bundestag.de), per Telefon (030-227 72600), per Telefax (030-227 76744) oder aber per Post (Platz der Republik 1, 11011 Berlin) besteht jederzeit die Möglichkeit, mit mir Kontakt aufzunehmen.“
Lese ich da ein gewissen Trotz heraus? Oder ist es gar Arroganz? Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber Bürgernähe ist das gewiss nicht. Bürgernähe heißt eben nicht, die Bürger um eine Audienz bitten zu lassen, und dies auch bitteschön zu diktierten Regeln. Bürgernähe hat ziemlich viel damit zu tun, sich den Bürgern zu nähern. abgeordnetenwatch.de wäre eine Möglichkeit dazu.
Hab mich nun für Arroganz entschieden.
bei Nerdcore in den Kommentaren gefunden
Tags:
Bundesdatenmessi,
Deutschland,
kranke welt
1. Juni, 2007
Es ist ja nicht so dass ich die Institution des Internet-Prangers tatsächlich vermisst hätte, stand ich mit meinem „Machwerk“ doch bereits an einem solchen (der nebenbei bemerkt doch immer mal wieder Besucher vorbei schickte). Aber offenbar gibt es doch Personen, denen dieses bereits seit dem Mittelalter bewährte Hilfsmittel arg fehlte und so gibt es nun den Blogkiller. Endlich! Darauf haben die durch böse Blogger Geknechteten gewartet…
Zum Hintergrund: Ali veröffentlicht auf der WebSite seines Sohnes Tayger viele viele Tayger-Fotos. Für einen stolzen Papa ist es natürlich naheliegend, bei der offensichtlichen Ähnlichkeit des Kindes mit einer bekannten, aber nicht wirklich beliebten ehemaligen Führungs“persönlichkeit“ östereichischer Abstammung gezielt durch entsprechende Manipulationen am Foto auf eben diese Ähnlichkeit hin zu weisen. Andere sehen diese Ähnlichkeit nicht und finden den Scherz auch nicht gaaaaanz so gelungen. Schon gibt es großen Unmut beim Papa, der nun seinerseits mit Hilfe des oben genannten Prangers die Familienehre rettet. 10 Fälle (ja, 10! Nicht durch Nummerierungen irritieren lassen, es gibt 2 5. Fälle) werden inzwischen dort aufgeführt und in allen Fällen ist Ali bzw. seine Familie das Opfer der garstigen „Babyseiten Kritisier Bloggs„.
Da es natürlich eintönig werden könnte, wenn ständig nur über ein einziges Opfer berichtet wird, gibt es den Aufruf „An alle Leser!!! kennen sie Blogger die über sie herziehen oder sie Langweilen??„. Prima, ich liebe Mitmach-Aktionen! Mich langweilt beispielsweise das Bildblog, sollte ich das nun melden? Oder ignorier ich den Pranger einfach? Nein, dafür ist es jetzt zu spät…
Im übrigen überlege ich mir im Augenblick, welche Macht doch da gebündelt werden könnte, wenn sich unter dieser URL verschiedene Pranger-Betreiber zusammenschließen und gemeinsam mit hochgereckter Fahne und stolzer Brust der wilden Blog-Meute trotzen, vielleicht gar die „Internationale“ singend…
Danke für den Hinweis Carsten! 😉
Tags:
Blogkiller,
fundsachen,
nicht ganz ernstl,
nicht wichtig,
Pranger,
wordpress
1. Juni, 2007
So oder ähnlich könnte man manche Artikel überschreiben, die sich mit möglichen Sicherheitslecks in WordPress 2.2 befassen.
Da findet man Beiträge auf anderen Blogs, die diffus von bösen Hacks für WordPress 2.2 berichten, die in „bestimmten Kreisen die Runde machen“, ohne dass Details genannt werden. Unsicherheit wird erzeugt, man wartet „wann die ersten bekannten großen Blogs Opfer sein werden“ oder ob doch noch rechtzeitig ein Patch erscheint. Zugleich wird vollmundig angekündigt, in einem der nächsten Beiträge ein paar Empfehlungen auszusprechen, wie man sich vor den Gefahren dieses Lecks schützen könne.
Warum nicht sofort? Was bringt eine Sicherheitswarnung, und um eine solche soll es sich ja wohl handeln, wenn man nicht direkt eine Lösung mitliefern kann/will? Mehr als Verunsicherung erreicht man so nicht bei seinen Lesern. Kompetenz zeigt man auch nicht dadurch, dass man Details nicht veröffentlicht, um Script-Kiddies fern zu halten. Kompetenz zeigt man, wenn man eine Lösung präsentiert. Sonst läuft man Gefahr, nicht ernst genommen zu werden. Was auch ein Grund ist, weshalb ich den Beitrag nicht verlinke. Anderenfalls hätte ich es sofort getan. Im Augenblick bin ich mir jedoch nicht sicher, wie viel Substanz tatsächlich hinter dieser Meldung steckt.
Tags:
Blog,
Security,
wordpress