Archiv für Juni, 2007

Kunst gegen flickr-Zensur

Der Protest gegen die Zensur durch flickr/Yahoo! nimmt in den diversen Gruppen gegen Zensur immer weiter zu. Und immer mehr Menschen verleihen ihrem Unmut auf künstlerische Weise Ausdruck. Nahezu überall findet man inzwischen in den Kommentaren zu Bildern oder in den Foren Postings, die sich gegen die Zensur und Bevormundung wenden.

Niemand regt sich wirklich darüber auf, keine Nacktfotos mehr sehen zu können, der Ärger richtet sich gegen die Bevormundung und gegen die Tatsache, nicht mehr selbst entscheiden zu können, was man sehen will. Vor allem weil es in den meisten Fällen Bilder betrifft, die nach deutschem Recht nicht mal ansatzweise als problematisch einzustufen wären.

Yahoo! beruft sich auf den strengen deutschen Jugendschutz und die strengen deutschen Gesetze zur Altersverifizierung. Und indirekt richtet sich somit der Protest auch gegen deutsche Gesetze und Vorschriften, gegen die Leidenschaft, mit der deutsche Behörden alles erdenkliche strengen Regeln und Normen unterwerfen. Nichts darf „einfach so“ gehen, alles muss strengstens geregelt sein. Und so nach und nach macht sich die Erkenntnis breit, dass „Web2.0“ sich nicht so einfach den deutschen Normen und Regeln unterziehen lässt. Und Yahoo!s vorauseilender Gehorsam zeigt den deutschen flickr-Nutzern nun, wie schnell wir Deutschen aufgrund unserer Gesetze aus Bereichen im Internet ausgeschlossen werden können, die bislang recht sorglos und unbefangen genutzt werden konnten.

Das Löschen diverser Seiten aus dem Google-Index für Deutschland wurde in der Vergangenheit zur Kenntnis genommen, wirklich gestört hat es jedoch niemanden. Im Fall von flickr zeigt sich jetzt jedoch die Absurdität, die aufgrund deutscher Gesetze möglich ist, welcher Willkür wir Deutschen zum Teil unterworfen sind. Es geht eben nicht „nur um Bilder“, es geht um die Möglichkeit, frei entscheiden zu können, was man sehen will und was nicht. Und da es in diesem Fall Bereiche betrifft, an die niemand auch nur im Traum gedacht hätte, formiert sich nun der Widerstand und bringt Proteste hervor. Die in Form von Kunst vorgebracht werden, was ich persönlich eben besonders beeindruckend finde.

Die Tatsache, dass sich diesen Protesten sehr viele flickr-User anschließen, die nicht aus Deutschland stammen und somit von diesen Zensurmaßnahmen eigentlich nicht betroffen sind ist auf die Tatsache zurück zu führen, dass man auch im Ausland bislang der Auffassung war, Deutschland sei ein freiheitliches Land. Dass dies in verschiedenen Bereichen eben nicht ganz so zutrifft, ruft nun Erstaunen hervor, wie man in vielen Beiträgen lesen kann. Und führt zur Unterstützung der deutschen Nutzern in ihren Protestaktionen.

Ich habe hier mal ein paar Bilder herausgekramt, die im Rahmen dieser Protestaktion entstanden sind. Man kann stundenlang durch flickr wuseln und findet noch viele weitere Bilder und Beiträge. Die Beispiele hier sind mir lediglich auf Anhieb aufgefallen, deshalb stehen sie hier beispielhaft für viele andere.

die Schere im Kopf

We strike!

flickr restricted

yes....NO

against censorship

Against censorship

Please censor me!

censorship

big red cock

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Fragen über Fragen

Ich hab mich vor ein paar Tagen nun endlich einmal bei 103bees.com angemeldet. Den Service wollte ich seit geraumer Zeit schon mal antesten, einfach aus Neugier. Denn 103bees, so hab ich gelesen, wertet besonders schön und ausführlich aus, wie viele Besucher über welche Suchanfragen von welcher Suchmaschine kommen.

Ein recht nettes Feature ist der Bereich „Latest Questions“/“Top Questions“. Hier werden Suchanfragen aufgelistet, die, nunja, wie eine Frage klingen oder tatsächlich als Frage formuliert wurden. Und hier findet man hin und wieder auch sehr schöne Fragen, aktuell bei mir beispielsweise:

„wie sicher ist youporn.com?“

OK, dass sowas in der Art dabei sein musste war klar. Derartiges finde ich nun täglich, ist nichts herausragendes. Was mich eher etwas stutzig machte war die Frage

„wo findet man hinrichtungsvideos?“

Wie bitte? Was willst Du denn damit? Das ist schon ein wenig krank, meinst Du nicht? Da helfe ich mit meinem Blog doch lieber Menschen bei Fragen wie

„wie mach ich auberginensalat?“

Nicht beantworten kann ich jedoch die Fragen

„was will derjenige mit meinen daten?“

oder

„wie wird man callboy?“ (4 mal in 3 Tagen gefragt!)

Sorry, da solltet ihr dann besser denjenigen fragen. In beiden Fällen.
Und eine ganz besonders interessante Frage habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Die Frage lautet:

„warum interessiert mich ads?“

Hmmm…

Nachtrag: Eben gefunden und mangels Verständnis natürlich nicht beantwortet. Aber lesenswert ist diese Frage trotzdem:

„wie man kostenlose einladung geschrieben wird?“

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Filme mit T-Online auf DVD brennen

Das ist also der neue Service von T-Online: DVDs online ausleihen, zu Preisen von 2,99 oder 3,99 Euronen pro Tag. (OK, recht alte Gurken bekommt man auch für 1,99) Oder aber den kompletten Film herunter laden und auf DVD brennen. Das ganze nennt sich „Video on Demand„.

Unter „Leihen“ ist hier jedoch nicht zu verstehen, dass Ihr eine DVD ins Haus geschickt bekommt – Leihen heißt: Ihr dürft Euch den Stream binnen 24h auf dem PC ansehen. Ganz ehrlich? Für 2,99 Euro bekomme ich in der Videothek die DVD und kann mir den Film auf meinem großen Fernseher mit Raumklang anschauen, warum sollte ich mir für diesen Preis einen Stream anschauen? Neee…

Die „gekauften“ Filme darf sich der Käufer auf einen DVD-Rohling brennen. Was jedoch nicht gleichzusetzen ist mit: Ich kann die DVD in meinen DVD-Player schieben und den Film wie gewohnt auf dem Fernseher schauen. Funktioniert nämlich nicht.

Und auch viele andere Dinge funktionieren derzeit bei T-Onlines Video on Demand nicht, zum Beispiel die FAQs. Bei den meisten Fragen bekomme ich angezeigt:

„Die gewünschte Seite konnte nicht gefunden werden
Die von Ihnen aufgerufene Seite existiert nicht mehr oder ist kurzzeitig nicht verfügbar.
Bitte kehren Sie zurück zur vorhergehenden Seite und versuchen Sie es erneut.“

Weiterhin ist die Browserunterstützung miserabel. Wichtige Funktionen wie beispielsweise „Gekaufte Filme“ oder „Geliehene Filme“ lassen sich nur mit dem Internet Explorer nutzen, Nutzer richtiger Browser sehen die Meldung:

„Sehr geehrter Nutzer,

die Seite „Gekaufte Filme“ können Sie derzeit mit dem Mozilla Firefox oder Opera nur eingeschränkt nutzen. Wir bitten Sie daher den Browser zu wechseln, um die Funktionalitäten von Video on Demand in vollem Umfang nutzen zu können. Für die Nutzung von Video on Demand empfehlen wir den Internet Explorer ab Version 6 oder den T-Online Browser 6.

Wir wünschen weiterhin viel Spaß mit Video on Demand.

Ihr Video on Demand Team“

Nein, liebes Video on Demand Team, so habe ich sicherlich keinen Spaß mit Eurem Service. Setzt Euch auf den Hosenboden und macht Eure Hausaufgaben, dann könnte das vielleicht etwas werden. Und falls es Euch noch nicht aufgefallen sein sollte: DRM ist richtig Pfui! Sagt sogar Steve Jobs…

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Statement von flickr zu Zensurvorwürfen (Update)

Von flickr gibt es im übrigen auch ein Statement angesichts der massiven Kritik auf die Zensurmaßnahmen. Weiß jetzt leider nicht mehr sicher, über welche Links ich mich dorthin gehangelt habe, vorenthalten möchte ich Euch das Posting des Staff-Members Stewart allerdings nicht:

„We really apologize for the delay in responding to these threads. The whole Flickr team has been in ongoing discussions, trying to hammer out a solution.

We have absolutely no intention of censoring the content on the community’s behalf. It is always been our intention that Flickr members participate to whatever extent they want and are as free as possible create their own experience. Currently, switching the SafeSearch function off is not available for German members. It is a really complex situation — we have been in deliberation on this for a while, and we had to make the decision whether or not to leave Germany and the German language out of the international launch.

The decision came down to the wire, but we decided to include Germany. We’re still hoping that that was the right decision. It definitely was not a decision that was made lightly and there is no intention to annoy, frustrate or inconvenience Flickr members in Germany. Rest assured, we do hear you loud and clearly (painfully loud, even) and are doing our best. We hope to have more to say soon.“

Ich gehe davon aus, dass sich hier sicher nicht eine einzelne Person aus dem Fenster gelehnt hat. Sicherlich ist diese Aussage im Vorfeld abgesprochen worden. Hilfreich ist sie nicht wirklich und selbstverständlich geht sie auch nicht auf die Hintergründe dieser schwachsinnigen Maßnahme ein. Aber die dürften sich inzwischen bereits herumgesprochen haben:

Wenn beispielsweise Behörden bei der Ausgabe von Suchergebnissen Einschränkungen verlangten, werde Yahoo dem nachkommen und versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zudem sollen die Nutzer über die Zensurmaßnahmen informiert werden.

Dennoch: ob vorauseilender Gehorsam oder staatlich angeordnete Zensur, niemand weiß es sicher…

Update: Die flickr-Gruppe „Keine Zensur“ ist mittlerweile von gut 300 Mitgliedern gestern auf über 800 angestiegen. Schaut mal rein. Dort findet man inzwischen unter anderem auch ein weiteres Statement.

Update 2: Von Yahoo! Deutschland gibt es nun ebenfalls ein offizielles Statement. Zu lesen im Ringfahndung Journal.

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