Taiwanisches Fernsehen erklärt Antennagate

Der taiwanische Sender NMA News hat einen wundervollen Animationsfilm erstellt, der Apples Antennagate mit dem iPhone 4 erläutert. Einfach nur geil, man achte auf die kleinen Details 😉

via Boing Boing

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Wieder große Aufregung: Google scannt WLANs!

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat wieder einmal eine Pressemitteilung veröffentlicht: Google-Street-View-Fahrten werden auch zum Scannen von WLAN-Netzen genutzt! Oh!

Aussage unter anderem:

„Nach gegenwärtigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass neben der örtlichen Erfassung, dem Verschlüsselungsstatus der Geräte, der weltweit eindeutigen MAC-Adresse auch der vom Betreiber vergebene Name (sogenannte SSID) gespeichert wurde. Bei letzterer verwenden Privatpersonen nicht selten ihre Klarnamen oder andere auf sie hinweisende Informationen. Sowohl mit Blick auf die Benutzung des eigenen Namens als auch auf die Möglichkeit, die WLAN-Netze aufgrund ihrer örtlichen Lage Bewohnern von Häusern zuzuordnen, handelt es sich um die Erfassung und Speicherung personenbezogener Daten und deren Übertragung in die USA.“

Sacken lassen, kurz drüber nachdenken und – lachen.

Entschuldigung Herr Schaar, aber das, was sie da behaupten, ist einfach nicht korrekt. Aufgrund der Tatsache, dass ein WLAN-Netz im Umfeld von einigen Häusern empfangen werden kann, kann man nur eins erkennen: Dieses WLAN-Netz ist um Umfeld von einigen Häusern empfangbar. Mehr erst einmal nicht. Auf Details hierzu gehe ich weiter unten ausführlich ein.

Zudem kann ich die Behauptung, dass die Benutzung des eigenen Namens als SSID „nicht selten“ sei, aus eigener Erfahrung und Praxis nicht mal ansatzweise bestätigen. Ich habe eher festgestellt, dass dieser Umstand sogar „extrem selten“ ist. Viel wahrscheinlicher als den Namen des Besitzers als SSID eines WLANs wird man Namen wie beispielsweise „FritzBOX“ oder dergleichen antreffen.
Im übrigen muss ich sagen: Wer tatsächlich seinen Namen als SSID seines WLANs nutzt, kann an seinem Fenster direkt ein großes Transparent „Hier wohnt Peter Müller“ aufhängen. So viel dazu.

(Unter anderem) im Heise-Forum geht es nun wieder heiß her, es wird diskutiert und auf Google eingeprügelt, dass es eine wahre Pracht ist. Und dabei werden mit Unwahrheiten und technischem Halbwissen Szenarien konstruiert, dass einem schwindelig werden kann. Ich werde versuchen, aus mancherlei Geschwurbel mal die Inhalte heraus zu ziehen und die tatsächlichen Hintergründe zu erläutern.

Behauptung 1: Google kann anhand meiner SSID und der MAC-Adresse meines WLANs meinen Routern eindeutig mit den zu mir gesammelten Daten verknüpfen.

Das ist schlicht Unsinn. Was sehe ich denn, wenn ich mit einem WLAN-tauglichen Gerät mal nach verfügbaren WLANs scanne? Ich sehe die SSID, die MAC-Adresse und den Verschlüsselungsstatus. Das wars. Was kann ich mit diesen Daten nun anfangen?

Halte ich mich innerhalb des Empfangsbereiches dieses Netzes auf, kann ich versuchen, die (wahrscheinlich vorhandene) Verschlüsselung zu knacken. Dafür benötige ich aber nicht Google, dafür setze ich mich einfach irgendwo hin und lege los. Wenn ich für lau auf Kosten der WLAN-Betreiber ins Netz will, dann werde ich das an einem Ort tun, den ich bequem erreichen kann. Heutzutage gibt es sicherlich kaum einen Platz innerhalb einer Stadt, an der ich kein WLAN finden werde.

Aber kann Google diese Daten nun eindeutig einer Person zuordnen? Um es kurz zu machen: Nein.

Selbst wenn Google bereits jede Menge Daten über den Nutzer dieses WLAN-Routers gesammelt und gespeichert haben sollte, kann es diese Daten nicht mit der SSID und der MAC-Adresse eines WLAN-Routers in Verbindung bringen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Weder die SSID noch die MAC-Adresse des WLAN-Interfaces werden je von Google (oder jemand anderem im Netz) gesehen. Die SSID sieht noch Euer Notebook oder Handy, danach niemand mehr. Auch die MAC-Adresse des WLAN-Interfaces wird niemals an einen Anbieter eines Internetdienstes übertragen. Um das erschöpfend zu erklären, müsste ich jetzt das OSI-Modell erläutern und von Routing erzählen, wer da etwas mehr Hintergrundwissen erlangen möchte, mag einfach den Links folgen.

Wenn überhaupt eine MAC-Adresse Richtung Provider(!) übertragen wird, dann ist das die MAC-Adresse des Interfaces, welches direkt mit dem Provider verbunden ist. Beispielsweise das DSL-Interface. Spätestens beim Provider verschwindet diese Adresse aber wieder, sie wird für das Routing nicht mehr benötigt. Hier ist dann einzig Eure IP-Adresse des externen Interfaces interessant, die hat aber mit Eurem WLAN mal überhaupt nichts zu tun, eine Zuordnung ist unmöglich.
Und Google sieht von Euch: Eure IP-Adresse. Zuzüglich der Daten, die Ihr freiwillig im Internet preisgebt.

Behauptung 2: Google kann genau feststellen, wo sich mein WLAN-Router befindet und weiß dann, wo ich wohne.

Das ist gleich 2 mal Unsinn. Ich hatte eben bereits erläutert, warum Google (oder jemand anderes) ein WLAN-Netz keiner Person zuordnen kann (solange die betroffene Person nicht so selten dämlich ist, ihren Namen samt Anschrift als SSID zu verwenden).

Um aber den genauen Standort eines WLAN-Routers zu ermitteln, müsste man schon einen Schritt weiter gehen, als Google es tut. Technisch ist das ein alter Hut, das kann prinzipiell jeder mehr oder weniger genau mit ein paar Bauteilen aus dem Elektronik-Shop theoretisch problemlos tun. Aber Google tut es nicht, wie ich gleich erläutern werde.

Zur Standortermittlung eines Signals bedient man sich einer Peilung. Um möglichst verständlich zu erläutern, wie so etwas funktioniert, werde ich jetzt mal etwas „untechnisch“.

Nehmen wir an, auf einem Hügel steht ein Turm, den man aus großer Entfernung sehen kann. Um heraus zu finden, an welcher Position sich der Turm exakt befindet, gibt es 2 Möglichkeiten.
Variante 1: Ich nehme einen GPS-Empfänger, stelle mich in den Turm und sehe dann ganz genau, wo ich mich befinde und wo somit der Turm gebaut wurde.
Habe ich keine Möglichkeit, auch nur in die Nähe dieses Turms zu gelangen, bediene ich mich der Variante 2: Dazu nehme ich wieder den GPS-Empfänger in die Hand, dazu eine Karte. Nun bewege ich mich an einen Ort, von dem aus ich den Turm sehen kann. Hier schaue ich zunächst auf meinen GPS-Empfänger und sehe, wo ich mich befinde. Das zeichne ich in eine Karte mit einem Punkt ein. Nun ziele ich mit einem Kompass auf den Turm (dieses Zielen nennt man peilen) und merke mir die exakte Richtung. Diese kann ich nun als Linie, ausgehend von meinem aktuellen Standort, ebenfalls in meine Karte einzeichnen (die rote Linie in der folgenden Skizze). Wenn ich nun in die Karte schaue weiß ich: Der Turm befindet sich irgendwo auf dieser Linie.

Jetzt fahre ich einfach ein Stück um den Turm herum und wiederhole das Ganze, in der folgenden Skizze als grüne Linie dargestellt. Und nun stelle ich fest: Die beiden Linien kreuzen sich an einem bestimmten Punkt. Dieser Schnittpunkt ist der Standort des Turms. Für noch mehr Genauigkeit wiederhole ich das ein drittes Mal (blaue Linie). Dieses Verfahren nennt man übrigens auch Dreieckspeilung.

Übertragen wir das nun mal auf ein Funknetz wie beispielsweise ein WLAN, dann bedeutet das: Neben meinem aktuellen Standort muss ich zusätzlich auch noch die Richtung feststellen, aus der das Signal eintrifft. Genau das ist bei Funkwellen aber nicht ganz trivial, dafür gibt es spezielle Fahrzeuge. Die hierbei verwendete Spezialantenne ist drehbar und kann somit die Richtung, aus der das Signal am stärksten einfällt, feststellen. Damit wäre die Standortbestimmung eines WLAN-Routers/Accesspoint möglich. Nur: Das geht nicht im Vorbeifahren, hierfür muss sich das Fahrzeug eine gewisse Zeit an einem fixen Standort befinden, um genau einpeilen zu können.

Vergleichen wir nun den Peilwagen im obigen Bild mal mit einem dieser Fahrzeuge: Klick hier. Na, irgendwo eine vergleichbare Antenne zu finden? Eben, nix da.

Nun wird einfach zur Sicherheit behauptet: Braucht Google nicht, anhand der Signalstärke können die errechnen, wo sich der Sender befinden muss. Bis auf wenige Zentimeter genau. Tjaaa…ganz falsch ist das natürlich nicht. Aber eben auch nicht richtig.

Um anhand der Signalstärke an verschiedenen Orten errechnen zu können, muss man folgende Faktoren kennen: Mit welcher Leistung sendet der Sender das Signal überhaupt aus? Und wie breitet sich das Signal in der Umgebung aus?

Letzteres weiß man, wenn man sich auf einer freien Fläche befindet und irgendwo dort steht der Sender. Dann weiß man anhand der physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie stark das Signal in Entfernung zum Sender abnimmt. In einer Stadt ist genau das aber unmöglich zu bestimmen. Jedes Material schirmt die Signale unterschiedlich stark ab. Denkbar ist also, dass ein Signal in 2km Entfernung stärker zu empfangen ist als aus einer anderen Richtung in 100m Entfernung. Weil sich eben bei der 2. Messung ein Gebäude dazwischen befindet, welches die Signale wesentlich stärker abschirmt, als andere. Und schon sind die Messwerte nichts mehr wert.

Wir sehen also: Die Behauptungen sind wieder einmal Blödsinn. Nur, weil man irgendwo mal etwas aufgeschnappt hat, meinen nun manche, daraus ganz schlimme Szenarien konstruieren zu können. Ich denke ich habe gezeigt, dass da mehr Paranoia als Sachverstand im Spiel ist.

Wozu benötigt nun aber Google die Daten, die beim scannen der WLANs gesammelt werden?

Die Antwort ist ganz leicht: Die gesammelten Daten ermöglichen es, eine Standortbestimmung ganz ohne GPS durchzuführen.

Wenn ich an verschiedenen Punkten immer wieder überprüfe, welche WLANs mit welcher Signalstärke empfangen werden können, dann kann ich mit diesen Daten ziemlich exakt meinen eigenen Standort bestimmen, sofern exakt diese Informationen zuvor gespeichert wurden. Jeder Punkt innerhalb einer Stadt hat ein gewisses Schema, eine Art Fingerabdruck. Ich stehe beispielsweise mit dem Notebook vor meiner Haustür und stelle fest: Hier empfange ich die folgenden 8 WLAN-Netze, jedes mit einer ganz bestimmten Signalstärke. Jetzt gehe ich 50 Meter weiter und stelle fest: Es hat sich etwas geändert. Die Signalstärke der einzelnen Netze ist anders, 2 empfange ich hier nicht mehr, dafür ist ein neues hinzu gekommen. Speichere ich diese beiden Ergebnisse zusammen mit meiner aktuellen Position ab, kann ich später erkennen, wann ich mich wieder an dieser Position befinde. Ich kann also ziemlich exakt orten, wo ich mich gerade aufhalte, unabhängig davon, ob ich einen GPS-Empfänger besitze oder nicht. Ich kann allerdings nicht feststellen, wo sich die Sender befinden. Ich weiß nur, wo ich sie empfangen kann.

Dieses Verfahren ist nicht mal neu. Diverse Smartphones nutzen es bereits seit Jahren, allen voran das iPhone. Huch, Apple macht das auch? Dann kann es ja nicht schlimm sein… *hust

Schlimm finde ich an dieser Stelle, dass Peter Schaar sich nicht mal vernünftig informiert, bevor er eine solche Pressemitteilung verfasst. Mindestens seit 2008 ist bekannt, dass die Streetview Cars auch die Handy- und WLAN-Netze erfassen. Daran war nix „heimlich“, wie man nun behauptet. Und genau mit solchen Aktionen schadet Herr Schaar in meinen Augen dem Datenschutz wesentlich mehr, als er ihm nützt. Er sorgt dafür, dass Datenschützer mehr und mehr den Ruf von Paranoikern bekommen, die außer Panik verbreiten nichts können. Und das ist bitter.

Erstaunt hat mich allerdings, dass ausgerechnet der Spiegel in diesem Zusammenhang tatsächlich mal Sachverstand bewiesen hat und nicht einfach auf den Panikzug aufspringen wollte. Kreuz im Kalender.

Update: Ah, Basic Thinking springt auf den Panikzug auf und erzählt uns etwas von „unerlaubterweise„. Jungs, Jungs, Jungs… Euch hätte ich etwas mehr Recherche zugetraut. Siehe oben: Das ist seit 2008 bekannt, also alles andere als eine plötzliche Überraschung.

Noch mehr Panikmache und technischen Unsinn findet Ihr übrigens hier, hier, hier, hier und hier (für die, die drauf stehen), wesentlich mehr Augenmaß zeigen hingegen z.B. Telemedicus und zuihitsu.

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Apple verklagt HTC

Ich bin kein Freund von Apple und seinen Produkten, das kann man in meinem Blog an verschiedenen Stellen lesen. Die Gründe sind unterschiedlicher Natur, beispielsweise mag ich keine Produkte, deren Hersteller meint, sie verdongeln zu müssen und mich somit in meiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Ich mag ebenso wenig für Standard-Hardware ein vielfaches dessen zu bezahlen, was sie anderswo kostet, nur weil sie etwas ausgefallener designed ist (und hier oft nicht mal mein Geschmack getroffen wird) und gerade „Hip“ ist. Und am allerwenigsten mag ich Apples Art, mit einer Vielzahl von Trivialpatenten dafür zu sorgen, dass Kunden nur noch bei Apple kaufen können.

Zugegeben, der letzte Nebensatz beschreibt einen Zustand, der noch nicht ganz erreicht ist, aber der Weg geht in diese Richtung. Es werden gezielt vom Standard abweichende Komponenten geschaffen, damit diese patentierbar sind und somit keine Lösung eines Drittherstellers vom Kunden eingesetzt werden kann. Ich denke hierbei nur mal an die Chips im Kopfhörerkabel, die Apple gern etablieren möchte, selbstverständlich patentiert.

Apple patentiert schon seit vielen Jahren alle möglichen Ansätze und Gedankengänge. Oftmals, ohne für eine Idee schon eine Lösung präsentieren zu können, sehr oft auch vollkommen triviale Dinge, die man in vielen Fälle schon anderswo gesehen hat oder die bei genauer Betrachtung nicht einmal ansatzweise eine gewisse Schöpfungshöhe erreichen. Oft genug hab ich von neuen Patenten Apples gelesen und mir dabei gedacht: „Toll. Und was ist daran jetzt neu oder so besonders?“

Den Grund, weshalb jeder Gedanke, der einem Mitarbeiter mal eben auf dem Klo durch den Kopf geschossen ist, gleich patentiert werden muss (weil es in den USA nun leider möglich ist), präsentiert Apple aktuell mal wieder: Apple verklagt HTC wegen der Verletzung von 20 Patenten. Darunter sind so tolle Patente wie „Unlocking A Device By Performing Gestures On An Unlock Image“, ganz frisch Anfang Februar dieses Jahres erteilt. Gestensteuerung an sich war leider nichts neues aber allein die „Idee“, diese zum Entsperren des Geräts zu verwenden, ist offenbar patentwürdig.

Engadget hat eine Liste aller Patente veröffentlich, gegen die HTC (mit den Android-Geräten) verstoßen haben soll. Kurz zusammengefasst betrifft das die folgenden Patente:

  • Patent #7,362,331: Time-Based, Non-Constant Translation Of User Interface Objects Between States
  • Patent #7,479,949: Touch Screen Device, Method, And Graphical User Interface For Determining Commands By Applying Heuristics
  • Patent #7,657,849: Unlocking A Device By Performing Gestures On An Unlock Image
  • Patent #7,469,381: List Scrolling And Document Translation, Scaling, And Rotation On A Touch-Screen Display
  • Patent #5,920,726: System And Method For Managing Power Conditions Within A Digital Camera Device
  • Patent #7,633,076: Automated Response To And Sensing Of User Activity In Portable Devices
  • Patent #5,848,105: GMSK Signal Processors For Improved Communications Capacity And Quality
  • Patent #7,383,453: Conserving Power By Reducing Voltage Supplied To An Instruction-Processing Portion Of A Processor
  • Patent #5,455,599: Object-Oriented Graphic System
  • Patent #6,424,354: Object-Oriented Event Notification System With Listener Registration Of Both Interests And Methods
  • Patent #5,481,721: Method for providing automatic and dynamic translation of object oriented programming language-based message passing into operation system message passing using proxy objects
  • Patents #5,519,867 and #6,275,983: Object Oriented Multitasking System and Object-Oriented Operating System
  • Patent #5,566,337: Method and apparatus for distributing events in an operating system
  • Patent #5,929,852: Encapsulated network entity reference of a network component system
  • Patent 5,946,647: System and method for performing an action on a structure in computer-generated data
  • Patent #5,969,705: Message protocol for controlling a user interface from an inactive application program
  • Patent #6,343,263: Real-time signal processing system for serially transmitted data
  • Patent #5,915,131: Method and apparatus for handling I/O requests utilizing separate programming interfaces to access separate I/O service
  • Patent #RE39,486: Extensible, replaceable network component system

Beim Überfliegen dieser Patent-Beschreibungen eben dachte ich immer wieder „Ja und?“ oder „Was ist daran neu?“. Manches ist auch einfach nahe liegend und viele von uns kämen nicht mal ansatzweise auf den Gedanken, dass so etwas patentierbar wäre. Ist es aber und genau diese Keule nutzt Apple nur zu gern.

Ich kann sicherlich nachvollziehen, dass ein Unternehmen seine Innovationen schützen will, kosten die doch einerseits Geld und sollen andererseits Geld einbringen. Was mich stört sind Patente, die einerseits darauf ausgerichtet sind, jegliche Innovationen außerhalb dieses Unternehmens im Keim zu ersticken oder die exakt so verwendet werden. Viele neue Ideen bauen prinzipiell auf alten Ideen auf. Die Erfindung der Eisenbahn setzte die Erfindung von Schiene, Rad und Dampfmaschine voraus, der Verbrennungsmotor konnte nur erfunden werden, weil zuvor jemand Benzin hergestellt hatte und das iPhone war nur möglich, weil jemand zuvor Handy und Touchscreen und Betriebssysteme und integrierte Schaltungen und Akkus usw. erfunden hat. Genau das vergisst Apple scheinbar nur zu gern.

Dass Apple bei seinen Entwicklungen selbst nicht mal im Ansatz andere Wege geht wie die Unternehmen, die Apple verklagt, wurde ebenfalls schon recht oft thematisiert. Dass Apple eben nicht das Prinzip der graphischen Benutzeroberfläche erfunden hat, ist nur eine Episode, die gern in Erinnerung gerufen wird. Ganz anders gewichtet werden könnten aktuell Dinge wie beispielsweise ein Patent von Palm (#7,007,239), welches exakt die Oberfläche beschreibt, die Apple im iPhone zur Darstellung der Kontakte und Rufnummereingabe nutzt (siehe Abbildung). Und es gibt noch eine Menge mehr Patente, die Apple mit seinen „Ideen“ verletzt, da diese Ideen oder deren Grundlagen eben schon jemand vor Apple hatte. Dinge, die für Apple wohl ebenfalls trivial erscheinen.

Mir ist klar, dass Apple mit dieser Vorgehensweise nicht allein auf weiter Flur ist. Das ist in diversen Unternehmen Gang und Gäbe und mich stören solche Gebaren. Es stößt mir extrem unangenehm auf, wenn auf diese Weise Wettbewerb verhindert werden soll und es geht mir ziemlich gegen den Strich, wenn ich mich als Kunde an einen Hersteller binden soll, nur weil dieser irgendwelche Patente hält. Und nach meinen Beobachtungen geht Apples Politik exakt in diese Richtung: Jeden Scheiß patentieren, der hierzulande nicht mal als Geschmacksmuster durch ginge, nur um den Wettbewerb fern zu halten und zu verhindern, dass Kunden auf preiswertere, möglicherweise gar bessere Produkte des Wettbewerbs ausweichen. Der oben bereits genannte Chip im Kopfhörerkabel zielt exakt in diese Richtung: Der Kunde soll keine Kopfhörer eines Drittherstellers verwenden können. Es sei denn, Apple darf auch daran verdienen. Und ja, genau das tun auch andere Hersteller, das ist mir durchaus bewusst (Stichwort Tintenpatronen für Drucker).

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Der iPhone-Vorsprung

So langsam wird mir jetzt klar, wodurch sich das iPhone von richtigen Handys abhebt. Ja, auch durch den Preis, klar.

Aber nicht nur:

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