Archiv für September, 2008

Wrath of the Lich King – Eindrücke aus der Beta

Seit einer knappen Woche habe ich nun das „Vergnügen“, die Beta von WotLK zu testen. Nun, „testen“ ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, aber dazu später.

Der erste Versuch, mit einem 70er Druiden auf Nordend etwas zu reißen war vergeblich. Weder Manaregeneration, noch kam der Dudu jemals zu Energie für seine Angriffe. Also gut, probieren wir mal den Todesritter.

Der spielte sich wider Erwarten sogar hervorragend. Er rockt regelrecht. Die ersten Quests waren ruck zuck erledigt und sogar ziemlich abwechslungsreich. Sehr schön gemacht. Binnen eines Abends war der Todesritter dann auch schon 58 (Startlevel ist 55) und verließ damit das Startgebiet in den Östlichen Pestländern. Das passierte mittels einer Quest, in der ich dem König von Sturmwind etwas überbingen durfte. Besonders Klasse: Beim ersten Betreten von Sturmwind wird man von allen Seiten angespuckt und mit faulem Obst beworfen – funny 😉

Nach der Erledigung dieses Quests fehlt offenbar ein Stück aus der Story. Ich nehme an, hier wird in der Endversion dann noch ein wenig Geschichte erzählt, denn urplötzlich konnten mich alle Einwohner von Sturmwind gut leiden und – was viel erstaunlicher war – das Stargebiet existiert nicht mehr in der Form, wie ich es zuvor erlebt hatte. Alles zerstört, offenbar bin ich einige Jahre in der Zukunft gelandet…

Nun, inzwischen hatte ich auch die eine oder andere Gelegenheit, ein wenig auf Nordend herum zu laufen. Nordend ist der neue Kontinent in WotLK und ziemlich schick gemacht. Auch hier: Ein Quest jagt den nächsten und eigentlich sollte man relativ schnell vorwärts kommen – allerdings nicht in der europäischen Beta. Wirklich „testen“ ist hier nahezu unmöglich, der (eine!!!) europäische Beta-Server ist hoffnungslos überfordert. Lags sind die Regel und nerven binnen kürzester Zeit. Castzeiten für Spontanzauber liegen hier im Normalfall zwischen 5 und 10 Sekunden, mein „Rekord“ lag bei über 30 Sekunden für einen Spontanzauber. Gestaltwechsel des Druiden dauern ebenfalls mindestens 5 Sekunden, meist wesentlich länger. Questgeber anwählen, Quest annehmen/abgeben usw. zieht sich Ewigkeiten hin, wirklich nur etwas für harte Nerven. Es macht schlicht und ergreifend keinen Spaß.

Dem entsprechend lesen sich natürlich auch die Chats im Allgemeinen Channel. Hier wird geschimpft, geflucht oder aber zynisch auf den nächsten Serverabsturz „gehofft“. Die sind mindestens einmal pro Stunde, oft häufiger. Anschließend dauert es in der Regel bis zu einer halben Stunde, bis der Realm wieder verfügbar ist. Inzwischen bemerke ich zunehmend auch richtig bösartige Kommentare (meist aus Richtung UK), man solle doch die ganzen Deutschen, Franzosen und Spanier ausquartieren, damit die Briten endlich vernünftig testen können… Unschöne Dialoge, leider.

Die Forenbeiträge im Beta-Forum sprechen eine ähnliche Sprache, es wird viel geschimpft. Blizzard scheint sich mit der Verteilung der Beta-Server keinen Gefallen getan zu haben (3 Server für den US-Bereich, 1 Server für die EU), die Tester sind richtiggehend sauer, oft auch darüber, dass sie ihren Beta-Key nicht einfach bei eBay verkauft haben. Schade eigentlich, so sollten Beta-Tests m.E. nach nicht ablaufen.

Kleines Update vom 14.9.: Heute ist es ganz besonders beeindruckend – Ich fliege im 5Minuten-Takt vom Server, Stabilität ist etwas ganz anderes. Schade, testen ist so vollkommen unmöglich. Da hab ich schon wesentlich bessere Beta-Tests erlebt (allerdings auch um Längen schlechtere – das muss ich der Fairness halber auch sagen….).

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Spore – Flop des Jahres?

Es sollte wohl nicht sein… Spore klang echt vielversprechend, der Hype entpuppt sich aber wieder einmal als Bubble.

Mal abgesehen von der enormen (und berechtigten) Kritik an diesem bescheuerten DRM-System, welches lediglich eine 3malige Aktivierung erlaubt (siehe hier und hier), offenbar wurde hier eine tolle Idee einfach kaputt entwickelt.

Ich werde mir dieses Spiel schon allein aufgrund des Kopierschutzes nicht kaufen. Die meisten Kritiken zum Gameplay halten mich zudem ebenfalls ab. Der Editor war witzig, viel mehr scheint das Spiel selbst auch nicht zu bieten. OK, dann eben nicht. Schade nur um die erstklassige Idee, es klang wirklich zu gut. Hype eben.

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Woopra tuts nicht mehr

Seit einigen Monaten schon nutze ich hier auf meinem Blog Woopra als Statistik-Tool. Es ist sicherlich genau so gut/schlecht wie jedes andere Statistik-Tool für Webseiten, mir persönlich gefiel allerdings von Anfang an die Präsentation der Daten, im Gegensatz zu beispielsweise Google Analytics.

Seit gut 2 Wochen allerdings ist Woopra nicht mehr zu gebrauchen. Angefangen hat alles am 22.8., seitdem scheinen keine Daten mehr zu existieren. Woopra zeigt für den jeweils aktuellen Tag auf dem Dashboard noch die Hits und Besucher an, „vergisst“ diese aber über Nacht und setzt die Zähler dann auf 0. Bis zum 22.8. sind alle Daten zu sehen und auch in Ordnung, am 22.8. sehe ich noch ein paar Visits, ab dem 23.8. nur noch Nullen.

Mit diesem Problem scheine ich nicht allein zu sein, im Forum bei Woopra finden sich einige Einträge von Nutzern, die das gleiche berichten. Bis auf die Antwort „WP-Plugin defekt, mal die Scripte direkt einbinden“ ist allerdings nichts von den Entwicklern zu lesen. Am Plugin kann es nicht liegen, wie oben beschrieben werden die Daten ja sehr wohl getrackt, allerdings eben „vergessen“.

Schade, bislang war ich echt sehr zufrieden, im Moment ist Woopra aber echt unbrauchbar. Ich werde mal noch ein paar Tage abwarten, schließlich ist es noch eine beta, aber wenn sich nicht bald etwas tut, werde ich es schweren Herzens wieder entfernen.

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Die Hysterie rund um Googles Chrome und den Datenschutz

Wenn ich mir die hysterische Berichterstattung in den Blogs anschaue, die seit gestern rund um Chrome herrscht, dann wird mir ehrlich schlecht. Was wird dem Browser inzwischen schon alles angedichtet: Datenspionage, Keylogger-Funktionalität, speichern der Surf-Historie auf Google Servern, jeder ist eindeutig identifizierbar und anhand dieser Daten werden die besuchten Seiten zugeordnet… Hanebüchener Unsinn!

Versteht mich nicht falsch, ich will jetzt hier keine Lanze für Google brechen, aber ich finde es gelinde gesagt erschreckend, welche Paranoia gepaart mit absoluter Ahnungslosigkeit und Sensationsgier hier zu den unmöglichsten, sachlich einfach falschen Aussagen führt. Deshalb will ich, basierend auf meinen gestrigen Untersuchungen, mal einige falsche Aussagen richtig stellen. Ich werde hier allerdings keinen der Beiträge verlinken, die diese vollkommen haltlosen Aussagen verbreiten.

Aussage 1: Chrome sendet meine eMail-Adresse an Google-Server.

Falsch! In keinem meiner Mitschnitte war auch nur ansatzweise eine Mailadresse zu finden. Ich habe gezielt verschiedene Online-Formulare ausgefüllt (und die dort verwendeten Adressen dann natürlich auch im HTTP-Stream gesehen, sofern die Formulare nicht per SSL übermittelt wurden), darüber hinaus jedoch nichts dergleichen finden können.

Aussage 2: Chrome übermittelt alles, was ich in die Adresszeile tippe, an Google-Server.

Diese Aussage ist nur halb wahr. Richtig ist: Chrome sendet sämtliche Eingaben in der Adresszeile an die voreingestellte Suchmaschine. Und das auch nur dann, wenn die Autosuggest-Funktion aktiviert ist! Ja, es ist ungeschickt, diese Funktionalität als Opt-Out zu gestalten, also in der Grundeinstellung aktiv zu lassen. Allerdings, und da werden mir sicherlich viele zustimmen, das ist es nun mal, was Otto-Normaluser wünscht. Falsch ist definitiv, dass Chrome diese Eingaben immer an Google-Server übermittelt. Die Anfragen werden in jedem Fall nur an die Suchmaschine übertragen, die als Standard eingestellt wurde (bei der Installation wird da auch nachegefragt). Stelle ich hier Yahoo ein, ist keine Kommunikation mehr mit Google-Servern zu sehen, dafür plötzlich jede Menge Verkehr mit Yahoo-Servern. Logisch, wie sollte solch eine Funktion auch anders realisiert werden? Hier aber zu behaupten, alles was man eintippt, landet bei Google, ist sachlich einfach nicht richtig.

Im übrigen passiert exakt das gleiche, wenn man Firefox nutzt. Nicht bei der Eingabe im Adressfeld (hier greift der Firefox ja auf die Browser-Historie zu), aber bei der Eingabe im Suchfeld. Auch hier gehen exakt die gleichen Anfragen übers Netz – zur voreingestellten Suchmaschine.

Verwendet man die Auto-Vervollständigen-Funktion im Chrome, dann wird die letzte, endgültige Eingabe NICHT mehr an die eingestellte Suchmaschine gesendet.

Aussage 3: Google speichert meine Surf-Historie auf seinen Servern.

Ebenfalls vollkommen falsch! Um dies zu realisieren, müsste jeder angeklickte Link zu einem der Google-Server übertragen werden, anderenfalls entgingen Google Unmengen an besuchten Seiten. Dies geschieht jedoch faktisch nicht. Wie in 2. bereits beschrieben, werden lediglich Anfragen an die voreingestellte Suchmaschine gesendet, wenn man etwas in die Adresszeile eintippt und die Autosuggest-Funktion noch aktiv ist.

Aussage 4: Google sendet mit jeder meiner Anfragen eine Identifikationsnummer, anhand derer der Browser eindeutig zu identifizieren ist.

Falsch! Googles eindeutige Identifikationsnummer wird lediglich bei Update-Check durch den GoogleUpdater gesendet. In keiner weiteren Anfrage von Chrome konnte ich sie entdecken. Im übrigen, wie bereits geschrieben: Firefox macht exakt das gleiche (und nahezu jede andere Software auch). Siehe unter anderem auch hier und hier.

Also: sicherlich ist es schön zu sehen, dass das Bewusstsein für Privacy und Datensicherheit steigt. Keine Frage, vor nicht all zu langer Zeit sah das noch vollkommen anders aus. Es ist allerdings nicht mal im Ansatz hilfreich, aufgrund vollkommen falscher Behauptungen eine Hysterie zu erzeugen, so etwas gibt über kurz oder lang sämtliche Bemühungen in dieser Richtung der Lächerlichkeit preis. Denn es ist tatsächlich erschreckend zu sehen, wie uninformiert viele hier in die Diskussion einsteigen: Ein Löwe brüllt es falsch vor (ja, manche Löwen gestehen es selbst immer wieder ein, von der Technik nicht wirklich viel Ahnung zu haben) und die ganzen Kojoten heulen es nach. Sorry, das hilft auf keinen Fall dabei, eine sachliche Diskussion zum Thema zu führen.

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