Archiv für Januar, 2010

iPad und Flash

Ist grad interessant zu beobachten, wie im Moment Apples Marketing-Lügen rund ums iPad zerpflückt werden.

Bis vor ein paar Stunden befand sich auf der iPad Seite bei Apple folgendes Video:

Ziemlich genau ab der 2. Minute erkennt man die WebSite der New York Times. Bei 2:12 sehen wir folgendes Bild:

Interessant daran ist: Das Foto hier in der Seite wird via Flash dargestellt. Klar erkennbar, wenn man die Seite selbst einmal aufruft. Das Foto, was hier zu sehen ist, ist Bild 14. Flash, wie man unschwer erkennen kann.

In Steve Jobs’ Keynote hingegen wird, anders als im Marketing-Video, ein tatsächlich funktionierendes Gerät gezeigt. Steve surft mit dem iPad hier ebenfalls auf der Seite der NYT und irgendwie sieht es bei ihm alles ein klein wenig anders aus:

Bei 1:19 sehen wir wieder eine Bilder-Galerie wie eben schon mal, allerdings: ohne Bilder.

Statt der Fotos sehen wir hier den typischen Platzhalter für ein fehlendes Plugin. Im weiteren Verlauf des Videos ist schön zu sehen, dass dann eben fix zurück auf die Startseite gewechselt wird. Das Promotion-Video auf der Apple-Seite soll nach den ersten Hinweisen auf diesen kapitalen Fehler inzwischen gegen eins mit den entsprechenden Platzhaltern ausgetauscht worden sein, überprüfen kann ich es grad nicht, Quicktime kommt mir nicht wieder auf den PC.

Deutlich wird jedenfalls, wie sehr sich das Surfen im Internet von dem unterscheiden wird, was man vom PC her gewöhnt ist. Man mag zu Flash stehen wie man will, Fakt ist, dass es inzwischen extrem weit verbreitet ist und viele Seiten ohne nicht mehr auskommen. HTML 5 als Argument, wie man es vielerorts lesen kann, zählt nicht, da der Flash-Ersatz sich hier ausschließlich auf Videos bezieht. Flash wird jedoch für weit mehr als nur für Videos eingesetzt. z.B. Online-Shops präsentieren Produkte via Flash. Aktienkurse werden via Flash analysiert und so weiter. Ich mag jetzt nicht die Vielzahl der sinnvollen Anwendungsfälle alle aufzählen. Über den Sinn und Unsinn verschiedener Einsatzgebiete zu streiten macht an dieser Stelle keinen Sinn, mir geht es um etwas vollkommen anderes (neben der Tatsache, dass man eben auf dem iPad mit einer Vielzahl von Platzhaltern leben muss).

Der Hintergrund für das Weglassen von Flash hingegen ist klar. Es gibt inzwischen sehr viele nützliche Tools und noch weit mehr Spiele, die durchweg in Flash programmiert wurden. All diese Programme könnte ein iPad-Besitzer nutzen, ohne sie zuvor in Apples App-Store heruntergeladen zu haben. Ein Unding in Apples Augen, gibt man so doch die Kontrolle über die Inhalte ab. Und exakt diese Gängelung der Nutzer ist für mich der entscheidende Grund, mir keines dieser Apple-Spielzeuge zuzulegen. Die Tatsache, dass Flash nicht läuft, ist sicherlich ein Manko. Hinterfragt man jedoch den Grund, offenbart sich ein für mich weitaus entscheidenderer Kritikpunkt. “Ich brauch kein Flash” mag für manche sicherlich zutreffen, kein Thema. “Ich mag mich nicht der Willkür eines Monopolisten unterwerfen” ist mein Argument.

via PC World

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Die neue Internet-Erfahrung

Ließe sich sicherlich endlos fortsetzen…

via theflashblog

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Kopfschütteln

Glücklicherweise scheine ich nicht ganz allein mit meiner Meinung zu sein, nachdem ich den Kommentar eines Anwaltes zu einem Urteil des LG Berlin gelesen habe.

Kurz zusammengefasst hatte das Gericht zu entscheiden, ob eine Körperverletzung vorliegt, wenn eine Lehrerin einen 11jährigen Schüler nach dessen Weigerung, den Unterricht zu verlassen, am Oberarm aus dem Klassenzimmer führt. Dabei hatte die Lehrerin offensichtlich etwas fester zugreifen müssen, was dem Schüler einen blauen Fleck einbrachte. Das Gericht entschied, dass es sich hierbei ganz sicher nicht um Körperverletzung und auch gewiss nicht um eine (zu Recht) verbotene Züchtigung des Schülers handelte.

Der Anwalt hingegen sieht den Sachverhalt vollkommen anders. Ich lese aus dem Kommentar ein “Das arme Kind musste unerträglich leiden und dafür gehört die Lehrerin bestraft” heraus und sitze kopfschüttelnd vor dem Monitor. Auch wenn ich mich ganz gewiss nicht zu den Menschen zähle, die der Meinung sind, zur Kindererziehung gehöre auch mal eine Ohrfeige oder dergleichen (ich habe meinen Sohn in all den Jahren weder geschlagen, noch irgendwann mit Schlägen gedroht), so finde ich die Meinung des Anwaltes mehr als befremdlich.

Stellen wir uns doch den Sachverhalt einfach mal vor:

Der Schüler stört massiv den Unterricht und wird irgendwann von der Lehrerin dazu aufgefordert, das Zimmer zu verlassen und den Unsinn vor der Tür zu veranstalten. Dies wird verweigert, die Störung wird fortgesetzt. Was nun? Soll die Lehrerin so tun, als wäre nichts und irgendwie versuchen, den Unterricht fort zu führen? Soll die Lehrerin sich auf eine endlose Diskussion mit dem Schüler einlassen, die wenig erfolgversprechend erscheint? Oder soll die Lehrerin gar direkt die Polizei rufen, um diese mit der Durchsetzung der Zwangsmaßnahme zu beauftragen?

Ich bin der Auffassung, die Lehrerin hat vollkommen korrekt gehandelt. Ich persönlich würde einem Lehrer meines Sohnes zu der Entscheidung gratulieren, wenn er ihn (berechtigt) auf diese Weise aus dem Zimmer entfernen würde, weil Sohnemann meinte, den coolen Macker spielen zu müssen. Wenn Sohnemann glauben würde, so etwas bliebe ohne Konsequenzen, dann müsste er halt notfalls auf diese Weise lernen, dass dem nicht so ist. Ich selbst wurde während meiner Schulzeit durchaus auch mal am Ohr aus dem Zimmer geführt (was ich in diesem Moment ebenfalls ganz sicher nicht als toll empfand), geschadet hat es mir in keinster Weise, eher im Gegenteil. Und ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, das meinen Eltern zu berichten – eine “Ergänzungsstrafe” wäre die Antwort gewesen.

Sicherlich sähe meine Meinung in diesem Fall ganz anders aus, wären Schläge im Spiel oder echte körperliche Misshandlungen. Ich heiße Gewalt ganz sicher nicht gut sondern sehe sie als Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit. Das Gericht hat allerdings meiner Meinung nach Augenmaß bewiesen und die Maßnahme als das erkannt, was sie war. Dem kommentierenden Anwalt würde ich persönlich in diesem Fall das Augenmaß eher absprechen wollen. Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß.

Wie eingangs schon geschrieben, stehe ich mit meiner Meinung hier glücklicherweise nicht ganz allein da, wie ein Teil der Kommentare bei Udo Vetter zeigt. Das beruhigt etwas.

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links for 2010-01-30

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