18. Apr., 2007
Wie viel Weisheit kann man eigentlich jemandem zurechnen, der ernsthaft Stundenlöhne von unter 3 Euro fordert, um Stellen zu schaffen? Was muss man heutzutage eigentlich vorweisen, um Wirtschaftsweiser zu werden? Gibt es dafür eine spezielle Ausbildung oder kann sich eigentlich jeder Möchtegern so bezeichnen?
Ein Stundenlohn von 3 Euro bringt bei einer täglichen Arbeitszeit von 10h gerade mal ca. 600 Euro brutto ein, jeder 400-Euro-Jobber ist da besser bedient. Wie viel heutzutage 600 Euro brutto (ca. 400-500 Euro netto) wert sind, muss ich meinen Lesern sicherlich nicht erläutern. Aber vielleicht sollte man Wolfgang Franz einfach mal ein bis zwei Monate auf ein Einkommen in dieser Höhe setzen und ihn dann mal am wahren Leben teilhaben lassen. Auf den Ausgang eines solchen Experiments wäre ich sehr gespannt. Und es wäre wirklich interessant zu sehen, wie viel 3-Euro-Jobs dann von dem verbleibenden Rest seines Gehalts geschaffen werden könnten…
Aber es ist ja nichts Neues, dass gerade diejenigen immer Einschränkungen fordern, die davon niemals betroffen wären. Und eigentlich ist es ja auch nichts Neues, dass sich deutsche Löhne und Gehälter im europäischen Vergleich ohnehin schon auf dem niedrigsten Niveau befinden. Aber man kann durchaus noch tiefer sinken wie man sieht.
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17. Apr., 2007
Meine heutige Ausbeute an Inkassomails… 32 Stück an nur einem Tag, mach das mal einer nach :evilgrin:
Hab mir jetzt allerdings nicht die Mühe gemacht und den heute zu zahlenden Gesamtbetrag errechnet. Überrascht hat mich aber durchaus die Tatsache, dass russisches Inkasso inzwischen auch schon per Mail zu bekommen ist.

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17. Apr., 2007
Ich habe nahezu den ganzen Tag heute darüber nachgedacht, ob ich wirklich etwas zu dem Amoklauf an der Universität von Blacksburg (Virginia) schreiben soll. Der Grund ist, dass mir nach solch einer entsetzlichen Tat einfach die Worte fehlen um ausdrücken zu können, was ich empfinde. Welche Fassungslosigkeit, welches Entsetzen und welches Unverständnis sich angesichts solcher Taten in mir breit machen. Ich habe darüber nachgedacht, welche Worte ich wählen könnte, wie ich einen Beitrag zu diesem Thema formulieren könnte… und irgendwie wirkte alles, was mir durch den Kopf ging viel zu schwach, um es nieder zu schreiben.
Den Ausschlag dafür, doch etwas zu Blacksburg zu schreiben gab dann allerdings ein Nebensatz in dem Nachrichtenbeitrag vorhin im Radio: Präsident Bush spricht sich gegen eine Verschärfung der Waffengesetze aus. Dieser kurze Satz hat angesichts des Vorfalles und angesichts des sinnlosen Todes von 32 (+1) Menschen eine Wut in mir entfacht, die man sich kaum vorstellen kann. In einem Land, in dem Jahr für Jahr Zehntausende an Schussverletzungen sterben ist es auch und gerade unmittelbar nach einer solchen Tat abartig darauf hinzuweisen, dass es das gute Recht jedes Amerikaners sei, eine Waffe zu tragen und dass an diesem Recht nicht gerüttelt werden dürfe. So etwas trieft nicht nur vor abgrundtiefem Zynismus sondern ist in seiner Pietätlosigkeit eigentlich durch nichts mehr zu überbieten. Der Junior-Bush hat damit in meinen Augen unter Beweis gestellt, dass er nicht den geringsten Hauch von An- oder Verstand vorzuweisen hat. Da helfen auch keine Flaggen auf Halbmast!
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16. Apr., 2007
Ich kann mich, auch wenn es schon eine Weile her ist, ziemlich genau dran erinnern: Wer in der Schule von anderen abgeschrieben hatte, durfte mindestens mit einer ziemlich miesen Note rechnen. Von dem ganzen Ärger drumherum will ich mal gar nicht reden…
Seit heute weiß ich: wenn man als Journalist von anderen abschreibt, bekommt man ein Honorar. Wenn es keinem auffällt. Und wenn man es nicht so sehr oft macht ist die Gefahr, dass es jemandem auffällt, ja auch nicht so hoch. Das scheint zumindest die Meinung mancher Vertreter dieser Branche zu sein. Dumm ist es natürlich, wenn es dann doch auffällt und richtig dumm ist es, wenn man als schreibender Dieb dann nicht so wirklich ganz einsehen mag, was denn tatsächlich falsch gelaufen ist…
Tja, nicht weit her mit der journalistischen Ethik wie mir scheint. Wir Blogger haben für solche Fälle wenigstens unser „via“ um zu zeigen, wo die Quelle sitzt. Und in den meisten Fällen verlinken wir auch dahin. Und so kommt es auch, dass sich derartige Informationen in der vielgescholtenen „Hobbykonkurrenz“ der Zeitungen viel schneller und besser verbreiten, als es manch einem lieb wäre. Aber so kommt man als Journalistin auch zu einem gewissen Bekanntheitsgrad… :naughty:
Nachtrag: Die WAZ hat sich übrigens inzwischen für diesen Vorfall entschuldigt und dem Autor ein Honorar gezahlt. Dieser nahm beides an und sieht die Sache damit als erledigt an. Hätte ich in diesem Fall sicherlich auch. Danke an den Pottblogger für diesen Hinweis.
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