23. März, 2006
Der Bootsektor berichtet in seinem Artikel über die aktuellsten mitleidheischenden Umsatzstatistiken des deutschen Phonoverbandes. Anders als die Musikindustrie berichtet er nicht über die nackten Zahlen, sondern stellt ihnen Vergleichswerte aus anderen Konsum-Kategorien gegenüber. Hier zeigt sich in Zahlen, dass meine Annahmen der letzten Zeit richtig waren: Bei nahezu gleichbleibenden inflationsbereinigten Netto-Durchschnittseinkommen in den letzten 15 Jahren wurde mehr Geld für Mobiltelefonie und Computer-/Videospiele ausgegeben. Hinzu kämen noch beispielsweise (die im Bootsektor nicht aufgeführten) DVD-Käufe, Internetzugänge etc.
Um es in wenigen Worten zusammen zu fassen: Bei gleichbleibender Kaufkraft in Deutschland wurde mehr Geld für Mobiltelefonie, Spiele und Filme ausgegeben, aber etwas weniger für Musik. Es gab also eine schlichte Umverteilung innerhalb des Marktes für Konsumgüter. Das ist ein normaler Vorgang: Wenn ich 2005 genau so viel Geld zur Verfügung habe wie 2004, mir aber ein paar DVDs kaufe und etwas mehr telefoniere, dann muss ich an anderer Stelle einsparen. Und da ich sicherlich nicht auf Lebensmittel verzichten werde und mein Vermieter eigenartigerweise auf der Zahlung der Miete besteht, könnte ich beispielsweise darauf verzichten, mir die aktuellste Super-Hyper-Mega-Dance-Compilation mit den topaktuellsten Coverversionen zu kaufen. Soweit der gesunde Menschenverstand.
Für die Musikindustrie ist der erneute Umsatzrückgang jedoch nur ein weiterer Beweis für die inflationäre Zunahme der Mordkopiererei in Deutschland und ein neuer Grund, Gesetzesänderungen zu fordern. Die, wenn man aktuelle Berichte verfolgt, kurz vor der Einführung stehen.
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22. März, 2006
Bei heise gibt es ein Update inklusive neuer Details zum Thema Alpha-DVD, dem Copyblocker, der auf den DVD’s „Mr. & Mrs. Smith“ und „Edison“ zum Einsatz kommt.
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settec
20. März, 2006
Udo Vetter schreibt in seinem Lawblog:
„…Die halbgaren, lieblosen juristischen Argumente in den jüngsten Abmahnschreiben belegen, dass es den Iniatoren um mehr geht als den Einzelfall. Sie wollen – für ihre jeweiligen Auftraggeber – Angst verbreiten, die Schere im Kopf der Blogger installieren. Wenn du was über die schreibst oder zulässt, dass über die geschrieben wird, brauchst du einen Anwalt. Also lass es besser…“
Ein lesenswerter Artikel über die jüngsten Versuche von diversen Unternehmen, unerwünschte (aber oft nicht unrichtige) Kritik in Weblogs und Foren auszumerzen, indem Blogger und Forenbetreiber mittels Klageandrohungen zur Löschung unbequemer Beiträge gezwungen werden. Bitte lesen!
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13. März, 2006
Der Standard berichtet in seinem Artikel „Schlechte Zeiten für Piraten und legale Nutzer“ über das Advanced Access Content System (AACS), welches als neues Nutzverhindungssystem (aka Kopierschutz) auf den neuen HDDVD und Blue-Ray-Disc zum Einsatz kommen soll. Im Detail wird hier etwas genauer auf die Rolle der Geräte eingegangen.
AACS soll sich nicht allein auf irgendwelche „Schadprogramme“ auf den Discs selbst beschränken, sondern schliesst alle an der Wiedergabe der Discs beteiligten Geräte mit ein. Jedes Gerät ist durch einen Device-Key eindeutig gekennzeichnet und anhand dieser ID lassen sich Abspielrechte zuordnen. Auf jeder Disc, die neu auf den Markt kommt, befindet sich eine Liste aller als „geknackt“ bzw. unsicher geltenden Geräte-Keys. Beim Einlegen der Disc wird diese Liste in das Gerät geladen und modifiziert dort die in der Firmware hinterlegten Daten. Gilt der Player, den Otto-Video-Freund sein Eigen nennt, aus irgendeinem Grund als unsicher oder geknackt, wird dem Player so die Abspielerlaubnis entzogen. Dies beschränkt sich jedoch nicht nur auf die aktuell eingelegte Disc, sondern auch auf alle früher gekauften oder erstellten. Entweder verweigert der Player komplett das Abspielen oder die Qualität wird stark eingeschränkt. Das heisst auf deutsch: Der Player ist unbrauchbar.
Ich bin gespannt, ob dieses System in dieser Form wirklich so eingesetzt werden wird. Noch viel gespannter bin ich, wie viele HDDVD- und Blue-Ray-Disc-Player in Zukunft aufgrund solcher Sperren Objekte des Umtauschs werden oder in der Reperatur landen. Neben der Tatsache, dass es mal wieder keinen klaren Standard gibt und nicht absehbar ist, ob sich in der Zukunft nun HDDVD oder Blue-Ray durchsetzen wird ist dieses Nutzverhinderungssystem ein weiterer entscheidender Grund, diesen „Trend“ schlicht und ergreifend zu ignorieren. Desweiteren wäre die einzige logische Reaktion auf dieses Verfahren, sämtliche in den Handel gelangenden neuen Geräte binnen kürzester Frist zu knacken und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass die Medienindustrie sich über kurz oder lang selbst ihrer Kunden entledigt…
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